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Aktionärsschützer: "Notstand" rechtfertigt Aufseher Pötsch

Wegen der schweren Krise beim Autobauer VW gibt es nach Ansicht von Aktionärsschützern keine Alternative zur Ernennung von Finanzchef Hans Dieter Pötsch zum Aufsichtsrat per Gericht.

Wolfsburg. "Wir haben hier einen übergesetzlichen Notstand", sagte Ulrich Hocker, Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Aus diesem Grund sei die Bestellung Pötschs ohne ordentliche Wahl bei einer Hauptversammlung zu akzeptieren - "mit Bauchschmerzen, aber eben ohne Alternative".

Um dauerhaft auch juristisch wasserdichte Beschlüsse des Gremiums sicherstellen zu können, sei es jedoch unverzichtbar, die Wahl bei der nächsten Hauptversammlung von Volkswagen nachzuholen, betonte Hocker. "Jetzt ist es erst einmal entscheidend und notwendig, dass der Konzern und die Organe funktionieren", sagte er.

Für Hocker ist eine Weiterarbeit des früheren IG-Metall-Chefs Berthold Huber als Interimsvorsitzender des VW-Aufsichtsrates keine Option: "Wir sehen einen Gewerkschaftler nicht an der Spitze des Aufsichtsrates, der Posten muss von der Kapitalseite besetzt werden."

Neben der Bestimmung durch ein Gericht sei auch die fehlende "Abkühlungsperiode" bei Pötsch kritisch zu sehen, sagte Hocker. Normalerweise müsse es vor dem Wechsel eines Vorstands an die Aufsichtsratsspitze eine zweijährige "Abkühlphase" geben.

dpa


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