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ANSCHLAG: Wrackteil des russischen Airbus 321 auf der Sinai-Halbinsel im Oktober 2015.

ANSCHLAG: Wrackteil des russischen Airbus 321 auf der Sinai-Halbinsel im Oktober 2015.
© dpa

Terrorgefahr

Airlines müssen Jets besser sichern

Deutsche Fluggesellschaften müssen an ägyptischen Airports ihre Schutzmaßnahmen vor Terroranschlägen verstärken, so ein Gerichtsurteil. Davon betroffen ist auch die hannoversche Tuifly.

Braunschweig. Deutsche Fluggesellschaften müssen an ägyptischen Airports ihre Schutzmaßnahmen vor Terroranschlägen verstärken. Das entschied das Verwaltungsgericht Braunschweig am Freitag.

Demnach dürfen die Airlines Fracht, Post, Essen und Getränke nicht mehr zuladen – und müssen die Pässe der Passagiere unmittelbar vor dem Betreten der Jets kontrollieren.

Anlass für die Sicherheitsvorschriften des Luftfahrtbundesamtes (LBA, Braunschweig) war der Absturz eines russischen Airbus im Oktober 2015 über der Sinai-Halbinsel. Der A 321 war in Sharm el-Sheik in Ägypten gestartet. Als Ursache des Absturzes wurde ein Sprengsatz vermutet, später bekannte sich ein IS-Ableger zu der Tat.

Daraufhin inspizierten Vertreter deutscher Behörden die ägyptischen Flughäfen und stellten Sicherheitsdefizite fest, vor allem bei der Personen- und Gepäckkontrolle sowie der Sicherung des Flughafengeländes. Auf dieser Grundlage schrieb das LBA den deutschen Luftverkehrsunternehmen verschiedene Sicherheitsauflagen für ägyptische Flughäfen vor. Diese gelten für alle ägyptischen Flughäfen mit Ausnahme von Kairo. Betroffen sind insbesondere also auch die Urlaubs-Destinationen Hurghada, Sharm el-Sheik und Marsa Alam.

Gegen die Auflagen klagten Air Berlin, Condor, Eurowings, Germania, Germanwings, Lufthansa, Sunexpress und Tuifly. Begründung: Das LBA dürfe nur Auflagen für das deutsche Staatsgebiet erteilen. Außerdem fehlten den deutschen Airlines rechtliche Befugnisse zur Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen in Ägypten.

Der hannoversche Ferienflieger Tuifly äußerte sich nicht zur Klageabweisung. Ein Sprecher sagte, man werde zunächst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten.

Das Gericht betonte in einer Pressemitteilung, die Airlines seien auch im Ausland „zu Maßnahmen der Eigensicherung“ verpflichtet, zu denen der Eigentümer des Flugzeugs aufgrund seines Hausrechts berechtigt sei.

Von Andreas Körlin


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