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Niedersachsen Landtags-Politiker empört über AfD-Antrag zum Schächten
Nachrichten Niedersachsen Landtags-Politiker empört über AfD-Antrag zum Schächten
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14:50 02.03.2018
Hannover

Mit Empörung haben Landtagspolitiker mehrerer Parteien auf den Vorschlag der AfD reagiert, das Schächten von Tieren zu verbieten. Vertreter von FDP, SPD und Grünen warfen der AfD vor, sie gefährde das friedliche Miteinander der Religionen.

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Dana Guth hatte am Donnerstag im Landtag gefordert, Niedersachsen solle das Schächten nicht mehr zulassen. "Wir sollten als Land Niedersachsen ein klares Zeichen setzen und diese grauenhafte Art, Tier zu Tode zu bringen, verbieten", sagte die AfD-Fraktionsvorsitzende Dana Guth am Donnerstag im Landtag. In dem Antrag wird die Landesregierung aufgefordert, keine Ausnahmegenehmigungen an Angehörige des islamischen Glaubens zu erteilen.

Tierschützer kritisieren das sogenannte Schächten, weil die nicht betäubten Tiere mit einem Schnitt durch die Kehle getötet werden und ausbluten. Nach religiösen Vorgaben des Islam und des Judentums soll kein Blut verzehrt werden. Das Tierschutzgesetz erlaubt Ausnahmen, wenn Regelungen von Religionsgemeinschaften das Schächten vorsehen.

Der FDP-Abgeordnete Hermann Grupe sagte, der Antrag offenbare die wahre Gesinnung der AfD. "Vorgeschützt wird der Tierschutz, verfolgt werden von Ihnen ganz andere Ziele." Grupe erinnerte daran, dass das Schächten in Deutschland 1933 verboten wurde, um den jüdischen Teil der Bevölkerung in seinen Empfindungen und Gebräuchen zu verletzen. "1933 waren es die Juden. Haben Sie die nur vergessen?" Auch jetzt sei das Anliegen der AfD ein Frontalangriff auf die Religion von Millionen von Menschen.

Die SPD-Abgeordnete Karin Logemann nannte das Vorhaben plump und perfide. Der Antrag der AfD sei schlecht begründet und richte sich gegen Minderheiten und das friedliche Miteinander von Menschen unterschiedlicher Religionen.

Der ehemalige Agrarminister Christian Meyer verwies darauf, dass es in Niedersachsen im vergangenen Jahr lediglich eine Ausnahmegenehmigung zum Schächten gegeben habe. Auch in Halal-Schlachtereien werde inzwischen ausschließlich mit Elektrobetäubung getötet, da viele moderne Muslime dies als Zeichen von Milde und Barmherzigkeit empfinden würden.

dpa

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