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21 Jungen missbraucht: Verteidigung fordert neun Jahre Haft

Für den Missbrauch von 21 Jungen halten die Verteidiger eines Kinderarztes eine Haftstrafe von maximal neun Jahren für angemessen. In dem Prozess vor dem Augsburger Landgericht verlangten die zwei Rechtsanwälte am Freitag zudem, dass gegen den 41-Jährigen keine Sicherungsverwahrung verhängt wird.

Augsburg. Stattdessen sollte der pädophile Angeklagte zur Therapie in eine forensische Klinik eingewiesen werden. Die Verteidiger gehen davon aus, dass der Mann wegen seiner Veranlagung vermindert schuldfähig ist.

Der Arzt war auch an der Medizinischen Hochschule Hannover tätig, ein Fall in Garbsen hatte die Ermittler 2014 auf seine Spur gebracht. Der Mediziner hatte alle Missbrauchsfälle zugegeben.

In seinem letzten Wort entschuldigte sich der 41-Jährige mit tränenerstickter Stimme nochmals für seine Taten. Er wisse, welchen Schaden er bei den Opfern angerichtet habe. Er werde alles dafür tun, sich Hilfe zu holen. Zudem versprach er, sich nicht wieder an Kindern zu vergreifen.

Die Staatsanwältin hatte am Donnerstag vierzehneinhalb Jahre Haft und anschließend Sicherungsverwahrung gefordert. Das Urteil soll am kommenden Donnerstag verkündet werden.

Verteidiger Moritz Bode betonte, der Mediziner habe ein Geständnis abgelegt und so den Opfern eine Zeugenaussage vor Gericht erspart. Die Anwälte forderten, ihr Mandant habe noch einmal eine Chance verdient, Sicherungsverwahrung im Anschluss an die Haft sei der falsche Weg. Der Kinderarzt hatte bereits seine Approbation zurückgegeben, ihm droht auch ein lebenslanges Berufsverbot. "Er hat alles verloren, was er hatte", sagte Verteidiger Ralf Schönauer.

dpa


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