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Niedersachsen Trittin: Asse war als Modellprojekt für Gorleben gedacht
Nachrichten Niedersachsen Trittin: Asse war als Modellprojekt für Gorleben gedacht
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19:04 21.06.2010
Trittin kritisierte, dass die derzeitige Bundesregierung trotz der Erfahrungen mit der Lagerung von hochgefährlichem Müll in der Asse an dem geplanten Endlager in Gorleben festhalten wolle. Quelle: dpa
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Von Heiko Randermann

HANNOVER. Eins stellte Jürgen Trittin (Grüne) schon zu Beginn seiner Befragung vor dem Asse-Ausschuss schon mal klar: „Ich war mit dem Untersuchungsgegenstand nur am Rande befasst.“ Doch dann hatte der Ex-Bundesumweltminister doch eine ganze Menge zu sagen über das marode Atommülllager Asse II bei Remlingen im Landkreis Wolfenbüttel.

„Die Geschichte der Asse zeigt, dass es unmöglich ist, den Einstieg in die Atomindustrie wieder ungeschehen zu machen“, sagt Trittin. Mit den Folgen des Skandals in dem stillgelegten Salzbergwerk müssten noch Generationen von Menschen leben. Die Asse sei außerdem Vorbild für das geplante Endlager in Gorleben gewesen, „geologisch wie ideologisch“.

Äußerlich ließ Trittin sich in der dreistündigen Befragung vor dem Ausschuss nicht aus der Ruhe bringen. Zuständig für die Asse sei während der rot-grünen Regierungsjahre nicht das von ihm geleitete Umweltministerium, sondern das Forschungsministerium unter Edelgard Bulmahn (SPD)#gewesen. Eine Atomkraftgegnerin sei sie, meinte der heutige Grünen-Fraktionschef im Bundestag, „darum war ich völlig zuversichtlich, dass sie eine Lösung finden wird, die ich auch gefunden hätte“. Auf Nachfrage räumte Trittin ein, aus späterer Sicht habe er „Zweifel am Management in diesem Bereich“ bekommen.

Als ihm Zitate von Wolfgang Jüttner und SPD-Chef Sigmar Gabriel vorgehalten werden, in denen sich diese über Trittins Blockadehaltung bei der Asse beschwerten, weist er die Vorwürfe zurück.

Nach der Befragung reagierten die Ausschussmitglieder unterschiedlich. „Trittin hat seine Verantwortung auf andere Minister abgeschoben“, er habe es versäumt, die Zuständigkeit für die Asse ins Bundesumweltministerium zu ziehen, sagte Kurt Herzog (Linke). Für CDU-Obmann Karl-Heinrich Langspecht hat Trittin gar „restlos versagt“, weil er sich „nie persönlich um die Asse gekümmert und das Problem totgeschwiegen“ habe.

Die SPD lobte dagegen, dass Trittin darauf aufmerksam gemacht habe, dass Asse als Vorbild für Gorleben gedacht war. „Gorleben sollte gängig gemacht werden“, sagte Detlef Tanke.

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