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Niedersachsen Tod von Krötensammlerin: Bewährungsstrafe für Unfallfahrer
Nachrichten Niedersachsen Tod von Krötensammlerin: Bewährungsstrafe für Unfallfahrer
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19:42 07.09.2015
Der Angeklagte Dirk K. im Landgericht in Braunschweig (Niedersachsen). Quelle: Julian Stratenschulte/Archiv
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Braunschweig

Im Prozess um eine überfahrene Krötensammlerin hat das Braunschweiger Landgericht den Unfallfahrer zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten verurteilt. Der 45-Jährige sei der fahrlässigen Tötung schuldig, begründete das Gericht das Urteil am Montag. "Ein Tötungsvorsatz war nicht zu erkennen", sagte eine Sprecherin.

An einem Abend im März war der Mann betrunken im Auto auf einer Landstraße bei Cremlingen im Kreis Wolfenbüttel unterwegs gewesen. Im Dunkeln übersah er die 44 Jahre alte Umweltschützerin beim Krötensammeln. Er erfasste sie mit seinem Auto, so dass sie in einen Straßengraben geschleudert wurde. Die spätere Obduktion ergab, dass sie nicht an den Folgen des Unfall gestorben war, sondern im Straßengraben im Wasser ertrunken war.

Weil der 45-Jährige dem Unfallopfer nicht geholfen hatte, stand er zunächst wegen Mordes vor Gericht. "Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass ich eine Frau angefahren hatte und dass sie im Graben lag", sagte der Angeklagte im Verlauf des Prozesses aus. Er habe die Unfallstelle mehrmals abgesucht, jedoch das Unfallopfer nicht finden können. Das Unfallopfer war in Begleitung eines achtjährigen Mädchens, dass der 45-Jährige unter Schock stehend am Straßenrand zurückließ.

Anschließend sei er zu einem Bekannten gefahren, um Hilfe zu holen, sagte der Mann. "Ich stand völlig unter Schock. Ich stand völlig neben mir", gab er an. Die Polizei stellte bei dem Mann einen Alkoholwert von mehr als zwei Promille fest.

Die Staatsanwaltschaft wertete das Handeln in ihrem Plädoyer später nicht mehr als Mord, sondern als Totschlag durch Unterlassen und forderte sechs Jahre Haft für den Unfallfahrer.

dpa

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