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BESORGT?: AfD-Chef Armin Paul Hampel (rechts) mit seinem Vize Jörn König beim Parteitag in Hannover.

BESORGT?: AfD-Chef Armin Paul Hampel (rechts) mit seinem Vize Jörn König beim Parteitag in Hannover. © Frank Wilde

Ärger in Niedersachsens AfD

Stürzt Landeschef Hampel?

In Niedersachsens AfD rumort es gewaltig. Zum einen geht es um die in Hannover aufgestellte Landesliste, zum anderen um Hass-Postings in einem Chat der Partei im Weserbergland.

HANNOVER. Der Ärger reißt nicht ab in Niedersachsens AfD (Alternative für Deutschland). Wegen der in Hannover aufgestellten Landesliste haben Mitglieder das Landesschiedsgericht angerufen. Angeblich, so meldet die „Welt am Sonntag“, habe der Bundesvorstand eine Untersuchungskommission eingerichtet. Auch pornografische und rassistische Postings in einem Gruppen-Chat sorgen für Unruhe.

Angeblich laufen Bestrebungen zum Sturz des Landesvorsitzenden Armin Paul Hampel. In Hannover hatte der Journalist und Politiker die Truppen hinter sich gebracht. Mit 89,9 Prozent Zustimmung stellte ihn die Partei zum Bundestagsspitzenkandidaten auf. Sein Vize Jörn König, AfD-Vorsitzender in Hannover, landete auf Platz 2.

Hampels Kritiker beschweren sich über gravierende Missstände bei der Aufstellung dieser Liste und satzungswidriges Verhalten ihres Landesvorsitzenden. Der Kampf wird mit so harten Bandagen ausgefochten, dass inzwischen die Polizei ein Ermittlungsverfahren gegen einen ihrer Beamten eingeleitet hat. Der Mann, ebenfalls hochrangiges Mitglied der AfD, soll von seinem Dienstcomputer aus Parteimails verschickt haben. Kopien dieser Mails sind unter anderem bei der Tageszeitung „Welt“ gelandet. Der Polizeibeamte, um den es geht, soll zuvor dem Bundesvorstand ein Dossier über die AfD-Krise in Niedersachsen übergeben haben.

Landesvize König glaubt, dass die aufgestellte Landesliste Bestand behalten wird – selbst wenn Hampels Kritiker das Risiko sehen, sie könne von Niedersachsens Landeswahlleiterin Ulrike Sachs möglicherweise gar nicht zugelassen werden. König: „Bei der Prüfung legt sie demokratische Mindeststandards zu Grunde.“ Angeblich kein Problem für die AfD. Dass interne Kritiker das Landesschiedsgericht anriefen, zeige, was von ihnen zu halten sei. König zur NP: „Man muss die Intelligenz der Rebellen bezweifeln.“

Über die Hass-Postings, die den AfD-Kreis Weserbergland erschrecken (in dem Hampel Direktkandidat ist), weiß König nichts. In einem internen Messengerdienst sollen Hass- und Hetznachrichten verbreitet worden sein, zum Teil mit pornografischem Inhalt. Auf einem Parteitag beschwerten sich Mitglieder darüber. Hampel, dabei anwesend, habe keine Reaktionen gezeigt, heißt es. Für die NP war der Spitzenkandidat nicht zu sprechen.

Von Vera König


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