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Die Demonstration der Jesiden in Hannover steht unter dem Motto "Şengals Widerstand ist ein Widerstand der Menschlichkeit“. Auch Alexander Fürst zu Schaumburg Lippe ging mit auf die Straße.© Rainer Droese

Konflikte

"Stoppt den Terror": Jesiden demonstrieren in Hannover

Tausende Jesiden und Kurden haben am Samstag in Hannover gegen die gewaltsamen Übergriffe der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf Minderheiten im Nordirak protestiert.

Hannover. "Stoppt IS" und "Stoppt den Terror" stand auf den Plakaten. Einige Demonstranten trugen ein Spruchband mit der Aufschrift "Wir sind alle jesidische Kurden". Die Veranstalter wollten mit der Demonstration in der Landeshauptstadt ein Zeichen setzen, weil in Niedersachsen besonders viele Jesiden leben. Den Organisatoren zufolge kamen 30 000 Menschen aus ganz Deutschland, die Polizei sprach von rund 11 000 Teilnehmern.

Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit innerhalb der mehrheitlich muslimischen Volksgruppe der Kurden. Im Demonstrationszug liefen neben zahlreichen Jesiden auch armenische und syrische Christen sowie muslimische Kurden und alevitische Türken mit. Viele Demonstranten schwenkten Fahnen mit dem Gesicht des in der Türkei inhaftierten Chefs der kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, oder mit dem Emblem der PKK-Nachfolgeorganisation KCK. Andere hielten Fotos von in die Berge geflohenen Frauen und Kindern hoch.

Der hannoversche Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) bezeichnete die Proteste bei der Abschlusskundgebung als beeindruckende Demonstration des jesidischen Friedenswillens. "Sie sind nicht allein." Die Protestierenden hätten die Menschen in Deutschland in den vergangenen zwei Wochen aufgerüttelt. "Auch wir wollen, dass die Jesiden in Frieden leben können." Die niedersächsische Landesregierung habe bereits 200.000 Euro für medizinische Hilfen bewilligt.

Unterdessen hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) das Krisenland besucht. Dabei sicherte er der irakischen Regierung Hilfe zu. Der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler, sagte, mit dem Abwurf von Wasser und Lebensmitteln sei es nicht getan. "Wir müssen uns darauf einstellen, über Monate, vielleicht Jahre in der Region Hilfe zu leisten."

 "Die Situation in den betroffenen Gebieten ist immer noch sehr kritisch", berichtete Yilmaz Kaba von persönlichen Berichten aus dem Nordirak. So sei ein ganzes Dorf von den IS-Kämpfern vor ein Ultimatum gestellt worden. "Den Bewohnern wurde damit gedroht, dass sie getötet werden, wenn sie nicht zum Islam übertreten." Die Demonstranten begrüßen Kaba zufolge jeden diplomatischen Schritt der Bundesregierung.

dpa/epd


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