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Niedersachsen Prozess nach Eisdielen-Unfall: Wenn Gaffer nicht "nur" gaffen
Nachrichten Niedersachsen Prozess nach Eisdielen-Unfall: Wenn Gaffer nicht "nur" gaffen
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13:52 06.03.2017
Prozess nach Eisdielen-Unfall: Wenn Gaffer nicht «nur» gaffen. Quelle: Carmen Jaspersen/Archiv
Bremervörde

Vor dem Amtsgericht Bremervörde müssen sich von Dienstag an drei Männer verantworten, die als Gaffer die Arbeit der Einsatzkräfte nach einem schweren Unfall massiv behindert haben sollen. Laut Anklageschrift griffen zwei der drei Brüder im Juli 2015 Polizisten und Feuerwehrleute an, verletzten und bedrohten sie. Damals war ein Auto frontal in eine Eisdiele in Bremervörde gerast. Zwei Menschen starben, mehrere wurden verletzt.

Der Prozess gegen die drei Männer war im September 2016 kurz nach Eröffnung ausgesetzt worden, weil die Verteidigung erfolgreich beantragt hatte, die Hauptakte zu dem Unfall hinzuziehen. Den heute 20, 27 und 37 Jahre alten Angeklagten wird Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und versuchte Nötigung vorgeworfen. Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte kann mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden.

Der Unfall war von einer 61-jährigen Frau verursacht worden, die selbst in einem separaten Verfahren vor dem Amtsgericht steht. In diesem Prozess werden am Mittwoch die Plädoyers und möglicherweise auch das Urteil erwartet. Mehrere Ärzte hatten in dem Verfahren berichtet, dass die Frau unter epileptischen Krämpfen litt. In ihrem Verfahren muss geklärt werden, ob sie fahrlässig handelte oder möglicherweise am Unglückstag nicht fahrtüchtig war.

An dem Unfallort vor dem Eiscafé "Pinocchio" hatten sich am 5. Juli 2015 nach dem Unfall zahlreiche Schaulustige versammelt. Der 27-jährige Angeklagte soll laut Anklage den abgesperrten Bereich am Unfallort betreten und mit einem Handy Aufnahmen gemacht haben, worauf ihm ein Platzverweis erteilt wurde. Er soll einem Beamten gedroht haben: "Dich werde ich noch umbringen, ich bringe Waffen mit." Es kam zu Handgreiflichkeiten, bei denen zwei Polizisten verletzt wurden. Auch ein Feuerwehrmann wurde angegriffen.

Beim Auftakt des Prozesses war einer der Verteidiger im September dem Eindruck entgegen getreten, dass es sich bei den drei Männern um Gaffer handle. Es gehe um einen anderen Sachverhalt. Sein Mandant, der heute 27-Jährige, sei gut bekannt mit dem Betreiber der Eisdiele und habe sich nur erkundigen wollen, wie es ihm gehe. Auch der Eisdielen-Betreiber war bei dem Unfall verletzt worden.

dpa

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