Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Opposition attackiert Grotelüschen
Nachrichten Niedersachsen Opposition attackiert Grotelüschen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:27 09.09.2010
Unter Beschuss: Astrid Grotelüschen (CDU).  Quelle: dpa
Anzeige

Hannover. Niedersachsens Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU) kommt aus der Kritik nicht heraus. Vorwürfe der Tierquälerei bei Putenmästern und die Rolle Grotelüschens in dem Fall haben am Donnerstag im Landtag hohe Wellen geschlagen. Die Ministerin sieht sich zu Unrecht Unterstellungen und Spitzfindigkeiten ausgesetzt. Die Opposition warf ihr in der Landtagsdebatte in Hannover erneut vor, sie trenne Amt und Geschäft – gemeint ist die familieneigene Mastkükenbrüterei – nicht.

Heftiger Streit entzündete sich vor allem auch zwischen CDU und SPD, die CDU-Parlamentsgeschäftsführer Jens Nacke Verleumdung vorwarf. Er hatte erklärt, die Sozialdemokraten distanzierten sich nicht von Anschlägen auf landwirtschaftliche Einrichtungen. Agrarministerin Grotelüschen steht seit längerem wegen der Mastkükenbrüterei ihrer Familie in der Kritik. Auslöser war ein Fernsehbericht von „Report Mainz“ über mögliche Tierschutz-Verstöße bei zwei Putenmästern in Mecklenburg-Vorpommern, zu denen der Betrieb von Grotelüschens Ehemann geschäftliche Beziehungen hat. Die Brüterei in Ahlhorn im Oldenburger Land liefert Küken an die ostdeutschen Betriebe. Grotelüschen Manns ist zudem über eine Erzeugergemeinschaft, an der er 30 Prozent hält, mit den Putenmästern verbunden.

Die Landwirtschaftsministerin sprach am Donnerstag von einem absurden Sommertheater. Sie erklärte, die Firma Grotelüschen habe keine finanziellen Verbindungen zu den kritisierten Betrieben. Die Opposition sieht die Ministerin aber in den Fall verwickelt und kritisierte, sie vermische ihr Regierungsamt und die Aufgaben des Ministeriums mit privaten Interessen.

Die Ministerin räumte ein, dass der Pressesprecher ihres Ministeriums Eidesstattliche Versicherungen der Putenmäster an „Report Mainz“ geschickt habe. Grotelüschen sagte, sie habe das jedoch nicht initiiert. Ihr Sprecher habe das ohne ihr Wissen gemacht. Weil sie keine stichhaltigen Belege habe, beschränke sich die Opposition auf das Unterstellen und Vermuten, kritisierte Nacke. Er fordere alle Beteiligten auf, ihre Kampagne gegen die Ministerin unverzüglich einzustellen und zur Sachpolitik zurückzukehren.

Zu einer Behaupting Nackes in einer Pressemitteilung, die SPD distanziere sich im Zusammenhang mit mutmaßlichen Aktionen von Tierschützern nicht von Gewalt sagte SPD-Fraktionschef Stefan Schostok: „Wir haben von ihren Ränkespielen die Nase gestrichen voll. Aus ihnen spricht Arroganz, Bösartigkeit und parlamentarische Unreife.“ Er wurde wegen seiner Wortwahl zur Ordnung gerufen. dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In der Atomdebatte hagelt es Rügen: Heftig hat der Landtag am Mittwoch in Hannover über die jüngste Einigung zu den Atomlaufzeiten debattiert und die Lager wirkten fester gefügt denn je.

Klaus Wallbaum 01.10.2010

Die niedersächsische FDP-Fraktion hat eine Internet-Umfrage zu längeren Atomlaufzeiten ins Netz gestellt - und wittert jetzt eine Manipulation von Atomkraftgegnern.

08.09.2010

Gegen gewalttätige Tierschützer sind alle Parteien im niedersächsichen Landtag - auf einen gemeinsamen Antrag können sie sich aber nicht einigen. Die Opposition wirft CDU und FDP ein Ablenkungsmanöver im Fall von Agrarministerin Astrid Grotelüschen vor.

08.09.2010
Anzeige