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Northeims Stadtrat will Bürgermeister abwählen lassen

Schlechte Stimmung im Northeimer Rathaus: Nach anhaltenden Klagen von Mitarbeitern über den Bürgermeister bringt der Stadtrat jetzt die vorzeitige Abwahl des Mannes auf den Weg. Vor allem sein Umgangston wird bemängelt.

Northeim. Aus Ärger über seinen Führungsstil will die Mehrheit des Northeimer Stadtrates den Bürgermeister der 29 000 Einwohner-Stadt so schnell wie möglich loswerden. 27 Ratsmitglieder von SPD, CDU, Grünen und FDP unterzeichneten einen Antrag, wonach der parteilose Politiker Erich Tannhäuser vorzeitig abgewählt werden soll.

Die Ratsmehrheit wirft dem Bürgermeister wiederholtes Fehlverhalten im Umgang mit Mitarbeitern vor. Es soll deshalb bereits zahlreichen Kündigungen von Betroffenen gegeben haben. Tannhäuser war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Bürgermeister sei krankgeschrieben, sagte ein Verwaltungssprecher. Auch von der Stadt gebe es keine Stellungnahme. Tannhäuser (57) war 2013 zum Nachfolger des vorzeitig aus dem Amt geschiedenen Bürgermeisters Harald Kühle gewählt worden.

Sollte das Kommunalparlament den Antrag in seiner nächsten Sitzung am 8. September bestätigen, könnten Northeims Bürgerinnen und Bürger am 15. Oktober, dem Tag der Landtagswahl, über eine vorzeitige Abwahl Tannhäusers entscheiden, sagte der Ratsvorsitzende Wolfgang Haendel (SPD) am Freitag.

Seit dem vergangenen Jahr werden in Northeim immer wieder Klagen von Rathaus-Mitarbeitern bekannt, die sich über den Umgangston des Bürgermeisters beschweren. Wegen der zahlreichen Vorwürfe hatte das Kommunalparlament im Sommer 2016 bereits den Landkreis als Aufsichtsbehörde angerufen. Zudem beschloss der Rat, der Bürgermeister solle Seminare zur Personalführung besuchen. "Das scheint aber nicht gefruchtet zu haben", sagte der Vorsitzende Haendel.

Der Umgang des Bürgermeisters mit Rathaus-Mitarbeitern sei weiterhin unerträglich, sagte die CDU-Fraktionsvorsitzende Reta Fromme. Das Gebrüll höre man zum Teil noch eine Etage tiefer. Es werde berichtet, dass viele Mitarbeiter mittlerweile Angst vor dem Bürgermeister hätten und manche davon nach Gesprächen mit ihm heulend im Büro säßen, sagte SPD-Mann Haendel.

Auch die Staatsanwaltschaft Göttingen befasst sich seit Monaten mit den Vorgängen im Northeimer Rathaus. Grundlage sind Strafanzeigen von Ratsmitgliedern gegen Tannhäuser wegen angeblicher Urkundenunterdrückung, Beleidigung und Untreue. Ein dringender Tatverdacht gegen den Bürgermeister habe sich aber bisher in keinem Fall ergeben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. 

dpa


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