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Niedersachsen Niedersachsens Landwirte erleiden massive Verluste
Nachrichten Niedersachsen Niedersachsens Landwirte erleiden massive Verluste
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17:16 26.11.2009
Niedersachsens Landwirte mussten 2009 massive Einbrüche ihres Einkommens verkraften. Quelle: lni
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Oldenburg. Das bei einer Stichprobe unter 1112 der rund 48 000 Betriebe ermittelte durchschnittliche Wirtschaftsergebnis liege bei 45 800 Euro, rund 20 Prozent weniger als noch im Geschäftsjahr zuvor. „Nach dem Höhenflug des Vorjahres sind wir auf dem harten Boden der Tatsachen unsanft gelandet“, sagte Meyer zu Wehdel.

Beim Ackerbau hätte die überdurchschnittliche Getreideernte den Markt stark unter Druck gesetzt. Die Preise seien kontinuierlich gesunken. Im Gegenzug stiegen nach Angaben des Kammerpräsidenten die Kosten für Dünger und Treibstoffe. Beim Futterbau, zu dem Milchbauern und Schafhalter gehören, gab es nach dem Spitzenergebnis 2007/2008 eine rasante Talfahrt. Hier sanken die durchschnittlichen Betriebserlöse von 83 200 auf 39 401 Euro. Einzig bei der Veredelung, wie der Schweine- oder Geflügelhaltung, stiegen die Umsätze.

„Es sind gravierende Eigenkapitalverluste entstanden“, sagte Albert Hortmann-Scholten, der bei der Kammer für den Fachbereich Betriebswirtschaft zuständig ist. Anders als bei Opel oder Karmann würden die Menschen den schleichenden Arbeitsplatzabbau in der Landwirtschaft nicht sehen. Die Futterbaubetriebe hätten nun aber den Tiefpunkt durchschritten. Doch in einigen Bereichen sehe es auch für das kommende Jahr nicht nach einer Entspannung und nach höheren Preisen aus.

Die Landwirtschaftskammer, die derzeit in einem umfassenden Umstrukturierungsprozess steckt, will sich stärker für den Weltmarkt wappnen. „Wir wollen die Zukunftsmärkte in der Welt bedienen“, sagte Meyer zu Wehdel. „Wir sind hier in Niedersachsen eines der Agrarzentren in Europa schlechthin.“ Nach der Automobilindustrie sei die Landwirtschaft der zweitgrößte Arbeitgeber im Bundesland. Hierfür müssten die Landwirte auch konkurrenzfähig gemacht werden. Die Kammer biete deshalb auch Fortbildungen zum Risikomanagement oder Untersuchungen der Energieeffizienz an.

„Wenn Landwirte heute Investitionen tätigen, dann geht es um viel größere Summen als damals“, sagte Meyer zu Wehdel zum Risikomanagement. Früher dauerte es Generationen um einen Hof kaputt zu wirtschaften. Dies könne heute schon mit einer Fehlinvestition passieren. Bei der Energieeffizienz gehe es schlicht um reine Kostenersparnis.

lni

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