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Fake News im Netz.

Fake News im Netz. © Franziska Gabbert/Archiv

Schulen

Niedersachsen trainiert Schüler im Erkennen von Fake News

Gerade junge Leute informieren sich viel über soziale Netzwerke und das Internet. Dort verbreiten sich falsche Nachrichten und manipulierte Inhalte besonders schnell. Deshalb will Niedersachsen seine Schüler künftig im Erkennen von Fake News trainieren.

Hannover. Niedersachsen will Schüler im Erkennen von Fake News trainieren und hat dazu separates Unterrichtsmaterial entwickelt. Zwar gab es Falschmeldungen und Propaganda schon immer, mit der schnellen Verbreitung über soziale Medien und das Internet sei die Wirkung aber ungleich höher, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Dienstag in Hannover. "Wir möchten Schülern Werkzeuge an die Hand geben, wie sie Fake News erkennen können."

Neben dem Unterrichtsmaterial für Schulstunden gibt es eine App, mit der Nutzer eine Nachricht auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen können. Außerdem wurde das Portal "Stop Fake News!" auf dem Niedersächsischen Bildungsserver eingerichtet, das Pädagogen und jedermann Material und Beispiele sowie einen Erklärfilm bietet. Ein besonderes Augenmerk bei der Fake-News-Schulung liegt auf rechtsextremen Inhalten.

Genutzt werden kann das für Schüler ab der neunten Klasse konzipierte Material etwa in den Fächern Deutsch, Geschichte sowie Werte und Normen, sagte Medienexperte Detlef Endeward vom Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung. "Die Grundidee dabei ist, zu sensibilisieren." Den Schülern sollten Instrumente zum Einschätzen von Nachrichten an die Hand gegeben werden.

Fragen sollen sich die Schüler unter anderem, welcher Autor und welcher Herausgeber hinter einer Nachricht steckt, ob ein Impressum einen Ansprechpartner nennt und inwiefern sich der Text von Werbung abgrenzt.

Beim Schreibstil sollten die jungen Leute gucken, ob dieser sachlich neutral oder aggressiv und gefühlsbetont ist, ob er fehlerfrei ist. Prüfen sollen die Schüler, ob Behauptungen und Fakten auch von anderen Quellen aufgegriffen werden und ob Zeitungen oder Behörden ähnliches schildern. Auch in Texten zitierte Experten müsse auf den Zahn gefühlt werden: Existieren sie tatsächlich, wie vertrauenswürdig sind sie und welchen Hintergrund haben sie?

Auch in der Bewertung von Fotos und der Möglichkeit ihrer Manipulation sollen junge Leute trainiert werden. Bilder können beschnitten oder durch eine Montage, Veränderung der Lichtverhältnisse oder Ausschnitte verändert werden. Auch können mehrere Bilder zu einem neuen zusammenmontiert werden.

Pflicht wird die neue Unterrichtseinheit zum Thema Fake News in den Schulen nicht, aber sie soll Lehrern die Behandlung des Themas erleichtern. "Das ist für mich auch ein wichtiger Beitrag zur Demokratie-Erziehung, denn insbesondere Populisten nutzen das Internet und die sozialen Medien, um mit einfachen Botschaften Stimmungen zu schüren", sagte die Ministerin.

dpa


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