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Niedersachsen Niedersachsen geben 20.000 Waffen ab
Nachrichten Niedersachsen Niedersachsen geben 20.000 Waffen ab
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13:34 09.01.2010
Uwe Krummel vom Dezernat für Waffen- und Einsatzmittel der zentralen Polizeidirektion in Hildesheim begutachtet eine von 20 000 abgegebenen Waffen. Quelle: lni
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„Von selbst gebastelten Pistolen bis zu sehr gut erhaltenden historischen Waffen war alles dabei“, sagte Uwe Krummel vom Dezernat für Waffen- und Einsatzmittel der zentralen Polizeidirektion am Freitag in Hildesheim. Bis Ende 2009 konnten illegale Waffen straffrei abgegeben werden. „Zwischen Weihnachten und Silvester war der Ansturm noch einmal besonders groß.“ Fast alle Waffen werden vernichtet und bei dem Stahlkonzern Salzgitter AG eingeschmolzen. Einige wenige Exemplare nimmt das Landeskriminalamt (LKA) in seine Vergleichssammlung auf.

Die eingeschmolzenen Waffen werden in den Hochöfen in Salzgitter zu einem meterlangen Rechteck aus Stahl gegossen. Die Waffen machen jedoch nur einen geringen Teil der Masse aus. „Die Polizei bringt durchschnittlich etwa eine halbe Tonne ausrangierter Waffen pro Lieferung vorbei“, sagte ein Salzgitter-Sprecher. Die sogenannten Brammen werden ganz unterschiedlich weiterverarbeitet. „Autos, Kühlschränke, Röhren, Brückenstützelemente - einfach alles, was aus Stahl und Blech so gemacht wird.“

Die zum Jahresende ausgelaufene Regelung habe Niedersachsen „wesentlich sicherer gemacht“, sagte Krummel. In den Jahren zuvor trennten sich die Besitzer jährlich lediglich von rund 6000 Waffen. Auch nach Ablauf der Schonfrist sollten Bürger weiterhin ihre illegalen Waffen abgeben. Dann könnte dies jedoch mit einer Geldstrafe verbunden sein. Das LKA rät den Besitzern jedoch, die Exemplare von der Polizei zu Hause abholen zu lassen. „Wenn ein Bürger mit der verbotenen Waffe in der Tasche angehalten wird, hat er ein Problem“, sagte ein LKA-Sprecher.

Nach den Amokläufen an Schulen in Erfurt und Winnenden war das Waffengesetz bundesweit verschärft worden. Es ermächtigt Behörden, selbst bei Besitzern mit Waffenscheinen oder Waffenbesitzkarten unangemeldet die ordnungsgemäße Aufbewahrung der Pistolen zu kontrollieren. Deshalb hatte die Bundesregierung im Sommer die Amnestie-Regelung eingeführt. Niedersachsen bot sogar schon seit April 2009 einen Abholservice an. Seit Jahresbeginn drohen nun Strafen, wenn Bürger Waffen besitzen, für die sei keinen Besitzschein vorzeigen können oder wenn sie sie nicht sicher aufbewahren. lni

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