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Niedersachsen Immer mehr Sexualdelikte an Schulen
Nachrichten Niedersachsen Immer mehr Sexualdelikte an Schulen
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18:10 25.09.2018
Ein Mädchen steht im Hof einer Schule und schaut auf ihr Smartphone. Quelle: dpa
Hannover

Die Zahl der Sexualdelikte an Schulen hat in Niedersachsen in den vergangenen Jahren kräftig zugenommen. Von 68 Taten im Jahr 2012 stieg die Zahl der Fälle auf 95 im Jahr 2016 und 180 im Jahr 2017, wie das Landeskriminalamt in Hannover mitteilte. Fast alle Fälle konnten aufgeklärt werden, der überwiegende Teil der Tatverdächtigen waren minderjährige Deutsche.

Der Hauptgrund für die Zunahme ist nach LKA-Angaben die wachsende Verbreitung von Smartphones, mit denen Schüler Bilder und Filme mit pornografischem Inhalt verschicken. Auch aus der Mehrzahl der anderen Bundesländer berichtete „huffingtonpost.de“ von einem ähnlichen Trend.

Schüler verschicken Pornos per Smartphone

Wie das LKA mitteilte, sind selbst Drittklässler schon fast durchgängig mit Smartphones ausgerüstet. Wie Lehrer feststellten, werden damit häufig pornografische Inhalte verschickt. Von den 180 Straftaten im Jahr 2017 drehte es sich bei 45 Fällen um sexuellen Missbrauch. Dagegen ging es in 89 Fällen um die Verbreitung pornografischer Schriften.

Opfer gehen häufiger zur Polizei

Nach einem zuletzt 2016 aktualisierten Erlass müssen Schulen bei bestimmten Straftaten Anzeige erstatten, dazu gehören auch Sexualdelikte. Dieses dürfte nach LKA-Einschätzung vermehrt geschehen sein, somit ist eine neue Kultur des Hinsehens in den Schulen entstanden. Darüber hinaus fassten auch Opfer immer mehr Vertrauen zur Polizei und zeigten Sexualdelikte an. Dem Opfer gehe es dabei auch darum, gehört und ernst genommen zu werden sowie Genugtuung zu erfahren, erklärte ein LKA-Sprecher.

In Niedersachsen gibt es zudem seit 2012 die unabhängige „Anlaufstelle für Opfer und Fragen sexuellen Missbrauchs und Diskriminierung in Schulen und Tageseinrichtungen für Kinder“. Die Anlaufstelle berät sowohl Kinder, Jugendliche und Eltern als auch Schulleiter, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte.

Von RND/dpa

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