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Niedersachsen Dieses neue Polizei-Netzwerk kämpft gegen Clans
Nachrichten Niedersachsen Dieses neue Polizei-Netzwerk kämpft gegen Clans
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08:25 16.03.2019
Einsatz gegen Clans: Einsatzkräfte gehen gegen kriminelle Aktivitäten von Großfamilien vor und führen nach einer Razzia einen Verdächtigen ab. Quelle: Foto: dpa
Bad Fallingbostel

Der Heidekreis reagiert auf kriminelle Clanstrukturen. Am Freitag präsentierte die Polizeiinspektion das neue NetzwerkRäderwerk“. Künftig sollen sich verschiedene Behörden und Entscheidungsträger in der Bekämpfung von Clankriminalität besser vernetzen.

„Die Polizeiinspektion ist mit der Entwicklung des „Räderwerks“ ein Leuchtturm in der Region und damit beispielhaft für andere Polizeiinspektionen im Direktionsbereich“, lobte der Präsident der Lüneburger Polizeidirektion, Thomas Ring. Der Heidekreis reagiert damit auf die Strukturen in Familienclans und Rockergruppen, von denen nach Angaben der Polizei massive Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen. Konkret geht es um Straftaten wie Betrug, Bedrohung, Schmuggel, Einbruch, Geldwäsche und Körperverletzung. Ziel sei es, dass künftig auch bei geringen Regelverstößen ein schnelles, unkompliziertes Einschreiten möglich werde.

In der jüngsten Vergangenheit war es im Heidekreis immer wieder zu Zwischenfällen gekommen. Eine Diskothek wurde zum „gefährlichen Ort“ ernannt, weil sie zum Schauplatz krimineller Machenschaften wurde. Von Anfang 2018 bis Februar 2019 musste die Polizei immer wieder ausrücken, insgesamt wurden 116 Straftaten angezeigt. Ein Zustand, der durch das Netzwerk verhindert werden soll.

Ein Sprecher des Landeskriminalamts sagte: „Die Bekämpfung krimineller Clanstrukturen ist seit Jahren Gegenstand sicherheitsstrategischer Befassungen. Ein wichtiger Baustein ist dabei die ,Landesrahmenkonzeption zur Bekämpfung krimineller Clanstrukturen in Niedersachsen’.“ Das „Räderwerk“ sei Teil davon und sollte deutlich machen, dass die Bekämpfung krimineller Clans einen Schwerpunkt bilde.

Auch auf politischer Ebene fand das Netzwerk Zuspruch. Sebastian Lechner (CDU) lobte das koordinierte Vorgehen. „Die Täter müssen verstehen, dass man ihnen konsequent auf der Spur ist.“ Künftig solle dies durch das neue Polizeigesetz auch noch besser funktionieren. Durch den staatlichen Einsatz von Spähsoftware sollen die Straftaten noch besser aufgedeckt werden.

Ein Punkt, dem Belit Onay (Grüne) nicht zustimmte. „Das Polizeigesetz soll inzwischen für alles herhalten. Dabei sind die Maßnahmen überhaupt nicht treffsicher und beschränken viel zu viele Menschen in ihren Rechten.“ Grundsätzlich begrüße er aber das Netzwerk aus dem Heidekreis. Verwies aber auch darauf, dass die Maßnahme nicht in allen Teilen Niedersachsens gleichermaßen anwendbar sei. Überdies sei es notwendig, länderübergreifend zu arbeiten.

Ähnlich argumentierte auch Marco Genthe (FDP). „Die Bundesländer müssen zusammenarbeiten und demonstrieren, dass man die Probleme nun auch wirklich angeht.“

Von Mandy Sarti

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