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Nabu an Bord des Segelschiffs «Ryvar».

Nabu an Bord des Segelschiffs «Ryvar». © Bernd Wüstneck

Umwelt

Nabu-Segeltour: Meeresschutzgebiete besser schützen

Mit einem Segeltörn wollen Umweltschützer auf Umweltgefahren in Nord- und Ostsee aufmerksam machen und nebenbei wissenschaftliche Daten sammeln. Ihre Forderung: besserer Schutz von Meeresschutzgebieten, denn die seien nicht so sicher, wie der Name vermuten lässt.

Rostock. Die Naturschutzorganisation Nabu fordert ein strengeres Verbot umweltschädlicher Aktivitäten in Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee. "Leider ist es so, dass in diesen Schutzgebieten genau das Gleiche stattfindet wie außerhalb der Gebiete auch", sagte der Meeresbiologe und Leiter der Nabu-Meeresschutzabteilung Kim Detloff am Dienstag in Rostock. So dürften in den Gebieten etwa Fische gefangen, Pipelines verlegt oder Sand abgebaut werden. "Wir reden immer von so genannten Paper Parks: den Schutz gibt es nur auf dem Papier", kritisierte Detloff.

Seinen Angaben zufolge sind 45 Prozent der deutschen Nord- und Ostsee als Schutzgebiet ausgewiesen, ein Drittel der dort lebenden Arten gelte als bedroht. "Deshalb fordern wir, dass die Hälfte dieser Schutzgebiete der Natur vorbehalten bleiben muss."

Am Mittwoch wollen die Naturschützer gemeinsam mit Forschern zur zehntägigen Tour "Nabu macht Meer" mit dem Segelschiff "Ryvar" aufbrechen und auf die bedrohte Artenvielfalt aufmerksam machen. Stationen sind Burg/Fehmarn ( 17.8.), Kiel (19.8.), Husum (21.8.), Cuxhaven (23.8) und Hamburg (25.8.)

An Bord sind laut Detloff auch Wissenschaftler der Hochschule Magdeburg-Stendal, die mit einer neuen Methode Mikroplastik im Wasser entlang der Fahrtstrecke untersuchen wollen. Dabei werde Meerwasser durch verschiedene Filter gepumpt und parallel mit einer hydrografischen Sonde verschiedene Wasserwerte erhoben. Zusammen genommen soll dann ein Mikroplastikprofil aus den Daten entstehen, das auch anderen Forschern zur Verfügung gestellt werden soll.

In einem weiteren Projekt befasse sich ein Team des Instituts für technische und angewandte Physik aus Oldenburg (ITAP) mit Unterwasserlärm. Mit einem Hydrophon werde an sechs Standorten in der Nähe von Meeresschutzgebieten der natürliche Hintergrundschall gemessen, der dann mit menschgemachtem Lärm - etwa von Offshore-Windparks, Schiffen oder Häfen - verglichen werde, sagte Detloff. Über die Auswirkungen von dauerhaftem Unterwasserlärm wisse man noch viel zu wenig.

"Pro Jahrzehnt hat sich die Lärmbelastung verdoppelt", erklärte der Meeresbiologe. Dies führe beispielsweise zu Kommunikationsproblemen bei Walen und Delfinen und zu Änderungen des Tauchverhaltens. Die Ergebnisse sollen an den Stationen der Tour präsentiert werden.

dpa


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