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Niedersachsen Mordprozess von Höxter: Erstmals sagt Wilfried W. aus
Nachrichten Niedersachsen Mordprozess von Höxter: Erstmals sagt Wilfried W. aus
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09:45 12.03.2017
Das Wohnhaus des beschuldigten Ehepaares in Höxter-Bosseborn ist zu sehen. Quelle: Jonas Güttler/Archiv
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Paderborn

Nach einer längeren Verzögerung im Mordprozess um die tödlichen Misshandlungen in einem Haus in Höxter will am Dienstag (14.3.) erstmals der Angeklagte Wilfried W. aussagen. Anders als die mitangeklagte Ex-Frau Angelika W. hat der 47-Jährige bislang keine Angaben gemacht. Seine Verteidiger hatten bereits für Ende Februar eine Erklärung ihres Mandanten angekündigt, durch eine Erkrankung einer Beisitzerin des Landgerichts musste der 13. Verhandlungstag jedoch mehrfach verschoben werden.

An den ersten zwölf Verhandlungstagen hatte der Angeklagte nur den Ausführungen seiner Ex-Frau zugehört, sich Notizen gemacht und mit dem Kopf geschüttelt. Nur einen Vorwurf, dass er bei einer Misshandlung Zeuge gewesen sei, hatte er per lautem Zwischenruf als Lüge bezeichnet.

Sein Anwalt Detlev Binder wollte dies aber als nicht als Aussage verstanden wissen. "Mein Mandant wird sich zuerst zu seinem Lebenslauf äußern, dann selbst eine Erklärung vorlesen und sich dann den Fragen stellen", hatte Binder der Deutschen Presse-Agentur angekündigt. Wie weit man bei diesen drei Punkten komme, sei aber offen. Bei Vernehmungen durch die Kriminalpolizei hatte er sich stets als unschuldig dargestellt.

Das Puzzle um die juristische Aufarbeitung der tödlichen Misshandlungen von Höxter ist noch lange nicht zusammengesetzt. Bislang hat das Gericht neben der Angeklagten Zeugen aus dem Umfeld der Opfer und Nachbarn aus Höxter-Bosseborn gehört. Angelika W. hat umfassend ausgesagt und sich sowie ihren Ex-Mann Wilfried W. belastet. Dabei schilderte sie brutale Details zu den Misshandlungen und Quälereien der Frauen und auch ihre eigenen leidvollen Erfahrungen mit dem Mitangeklagten. Die treibende Kraft ist nach ihrer Schilderung ihr Ex-Mann gewesen.

Nach Ansicht des Gerichts ist seit dem Prozessauftakt im Oktober mit Blick auf ihre Aussage aber offen geblieben, warum Angelika W. in dem Haus geblieben ist und sie Wilfried W. trotz des eigenen Leids nicht verlassen hat. Der Vorsitzende Richter Bernd Emminghaus hat bislang auf diese Frage keine Antwort erhalten.

Wilfried W. und Angelika W. sollen über Jahre hinweg gemeinsam mehrere Frauen in ein Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien. Die Anklage lautet auf Mord durch Unterlassen und mehrfache Körperverletzung. Insgesamt hat das Gericht rund 50 Zeugen geladen. Mit einem Urteil rechnen Prozessbeobachter erst in der zweiten Jahreshälfte.

dpa

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