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Niedersachsen Mörder von Landrat war vermutlich dement
Nachrichten Niedersachsen Mörder von Landrat war vermutlich dement
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13:36 02.05.2013
Hameln

Die "Deister- und Weserzeitung" berichtete, der Täter habe laut Gutachter unter einem "ausgeprägten dementiellen Syndrom" gelitten. Der 74-Jährige hatte den Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont am vergangenen Freitag in dessen Dienstzimmer erschossen und sich dann selbst getötet. In dem Amtsgerichtsprozess im Januar dieses Jahres habe die Staatsanwaltschaft dem Rentner Betrug, falsche eidesstattliche Versicherung und Körperverletzung vorgeworfen, sagte Gerichtsdirektor Seutemann.

Fotos: Uwe Dillenberg und dpa

Das Gutachten des vom Gericht bestellten Sachverständigen habe dann allerdings dazu geführt, dass der 74-Jährige wegen des "ausgeprägten dementiellen Symdroms" als schuldunfähig freigesprochen wurde. Das Betreuungsgericht am Amtsgericht Hameln habe daraufhin eine Überprüfung eingeleitet. Dabei sollte geklärt werden, ob der Rentner eine Betreuung erhalten soll, weil er bestimmte Dinge nicht mehr alleine erledigen kann.

Zum Abschluss dieses Prüfverfahrens sei es wegen der Tat am vergangenen Freitag dann aber nicht mehr gekommen. Das Motiv des 74-Jährigen für die Ermordung Buttes (63) sei wohl die drohende Zwangsräumung seines Hauses gewesen, bekräftigte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Daneben hätten dem Rentner weitere Zwangsvollstreckungen sowie der Entzug des Führerscheins gedroht. Die Mordkommission geht davon aus, dass sich die Wut des Mannes auf Butte gerichtet hatte, weil im Briefkopf aller Behördenschreiben des Landkreises der Landrat stand. Die Mordkommission sehe ihre Arbeit mittlerweile als weitgehend beendet an, sagte der Polizeisprecher. Die Trauerfeier für den getöteten Landrat soll am kommenden Mittwoch stattfinden.

dpa

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