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Immer mehr Missbrauchsfälle in der Kirche© apn

Kriminalität

Missbrauchsskandal erreicht Bistum Osnabrück

Der Skandal um sexuelle Missbrauchsfälle an katholischen Schulen hat nun auch das Bistum Osnabrück erreicht.

Am ehemaligen Internat des Maristenklosters in Meppen sei es Ende der 60er Jahre zu sexuellen Übergriffen auf Minderjährige gekommen, teilte der Justiziar des Ordens, der Meppener Rechtsanwalt Klaus Hamacher, am Donnerstag mit und bestätigte damit Berichte des Norddeutschen Rundfunks.

Beim Kloster seien anonyme Hinweise auf die Fälle eingegangen. Der beschuldigte Maristenpater war zu dieser Zeit geistlicher Erzieher (Präfekt) im Internat und ist vor zwei Jahren gestorben. Beim Bistum haben sich nach Angaben des Sprechers Hermann Haarmann in den vergangenen Tagen zwei ehemalige Schüler gemeldet. „Wir haben ihnen weitere Gespräche angeboten“, sagte er.

Bei dem Kloster selbst habe sich noch keines der Opfer gemeldet, sagte Hamacher. „Die Betroffenen müssen bei der Aufklärung helfen“, betonte er. „Der Orden ist niemandem böse, der die Aufklärung unterstützt und dankt allen, die bei der Aufklärung helfen.“ Dazu benötige er auch alte Akten des Klosters. Die Maristen haben in Deutschland ihren Sitz in Bayern. Das Internat in Meppen sei gegen Ende der 80er Jahre geschlossen worden. In dem Kloster leben seinen Angaben nach heute noch neun Brüder. „Zwei sind unter 60, die anderen über 70 Jahre alt.“

Nach den bisherigen Erkenntnissen hatte das Kloster den beschuldigten Pater umgehend aus dem Schuldienst entlassen, nachdem es im Jahr 1980 Hinweise auf die Missbrauchsfälle aus den 60er Jahre gegeben hatte. „Es wurde immer nur der Name einer Person genannt“, betonte Hamacher. Auf Wunsch der betroffenen Eltern sei damals keine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingereicht worden. „Es ist Unrecht geschehen, davon gehe ich aus.“

Bistumssprecher Haarmann betonte, dass mit dem Kloster eng an der Aufklärung der Missbrauchsfälle gearbeitet werden solle. Die beiden früheren Schüler hätten sich bereits Anfang der Woche und am Mittwochabend an die eigens für solche Fälle eingerichtete Kommission der Diözese gewandt. „Ich gehe davon aus, dass nun viele andere Betroffene den Mut finden werden, sich zu melden“, sagte er.

Noch in der vergangenen Woche hatte das Bistum Osnabrück dazu aufgefordert, sich bei Missbrauchsfällen an die bereits 2002 von Bischof Franz-Josef Bode gegründete Kommission zu wenden. In den vergangenen acht Jahren hatte sich das Gremium mit fünf Verdachtsfällen beschäftigt. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen gegen die Priester wegen Mangels an Beweisen oder wegen Geringfügigkeit gegen Geldauflagen eingestellt. Dabei ging es in einem Fall nicht um sexuellen Missbrauch, sondern um eine Beleidigung. 1995 und 2000 waren zwei Priester des Bistums wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden. Sie wurden in den Ruhestand versetzt. lni


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