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Außenansicht des Einbecker Bürgerspitals.

Außenansicht des Einbecker Bürgerspitals. © Swen Pförtner/Archiv

Gesundheit

Ministerin sieht Management-Defizit bei insolventer Klinik

Vor vier Jahren haben wohlhabend Bürger das Einbecker Krankenhaus vor der Pleite bewahrt. Jetzt ist die Klinik wieder insolvent. Das Sozialministerium sieht Managementfehler.

Einbeck. Nach der Insolvenz des Bürgerspitals Einbeck hat Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) Kritik an der Geschäftsleitung geübt. Das Ministerium stehe seit Monaten im Gespräch mit den Verantwortlichen, sagte Rundt am Montag. Das Krankenhaus habe aber bis heute wichtige Daten nicht geliefert. "Offensichtliche Defizite im Management dieses Krankenhauses müssen nun im Rahmen des Insolvenzverfahrens aufgearbeitet werden", sagte die Ministerin.

Die 100-Betten-Klinik war im Jahr 2013 von wohlhabenden Bürgern in Einbeck übernommen und so vor der Pleite bewahrt worden. In der vergangenen Woche hatte das Krankenhaus erneut Insolvenz angemeldet.

Einbecks Bürgermeisterin Sabine Michalek glaubt aber an eine Rettung. Es gebe Gespräche mit weiteren möglichen Gesellschaftern und Investoren, sagte die CDU-Politikerin am Montag. Laut Michalek hat die derzeitige finanzielle Lage auch damit zu tun, dass das Klinikgebäude in die Jahre gekommen sei und nicht mehr modernen Standards entspreche. Sie sei aber für die Zukunft optimistisch, weil das Bürgerspital medizinisch erfolgreich sei und das Vertrauen von Ärzten und Patienten in der Region genieße.

Eine Sanierung beziehungsweise ein Neubau würde die Klinikgesellschaft derzeit aber finanziell überfordern, sagte Michalek. Die Insolvenz biete die Möglichkeit, neue Investoren zu suchen. Für die Stadt seien der Erhalt der Klinik und der Arbeitsplätze die obersten Ziele.

Die Gewerkschaft Verdi wies darauf hin, dass die Beschäftigten durch Lohnverzicht in Millionenhöhe die Weiterführung der Klinik in den vergangenen Jahren erst ermöglicht hätten. Auch Verdi macht Managementfehler für die Insolvenz verantwortlich.

Das Amtsgericht Göttingen entschied, dass die Bürgerspital gGmbH das Krankenhaus vorerst in Eigenverwaltung weiterführen kann. Die medizinische Versorgung ist nach Angaben der Klinikleitung nicht gefährdet. Die Löhne und Gehälter der 335 Beschäftigten sind vorerst durch das Insolvenzgeld sichergestellt.

dpa


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