Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Miersch appelliert an Fairness
Nachrichten Niedersachsen Miersch appelliert an Fairness
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 07.02.2018
TOP-VERHANDLER: Martin Schuluz mit dem Sprecher der Parteilinken, Hannovers Unterbezirkschef Matthias Miersch. Quelle: Foto: Kappeler
Berlin

Drei von einem dutzend Sitzungen hat er am Mittwoch Nachmittag schon hinter sich gebracht. Matthias Miersch ahnt: „Das wird ein sehr langer Tag.“ Nach einer langen Nacht. „Der Druck war enorm groß“, berichtet der SPD-Bundestagsabgeordnete aus Laatzen und Fraktionsvize über die Koalitionsverhandlungen. Müde, aber zufrieden sagt er: „An den Durchbruch habe ich immer geglaubt.“

Mit zwölfeinhalb Tagen und einer Nacht hätten Union und SPD die kürzesten Koalitionsverhandlungen geführt, die es in Deutschland je gegeben habe, behauptet der Sprecher der Linken. Das Ringen habe sich für die SPD gelohnt: „Wir besetzen wichtige Schlüsselpositionen und haben politisch viel in unserem Sinne bestellt.“ Das soll auch die Botschaft an die Basis sein. „In den kommenden Wochen werden wird diese Inhalte vorstellen. Wir müssen weg von abstrakten Ja oder Nein zur GroKo.“ Er appelliert an die Fairness der Mitglieder, vor allem der neuen (in Niedersachsen 2467 seit Jahresbeginn), sich auf diese Diskussion einzulassen.

Der hannoversche Unterbezirksvorsitzende, Rechtsanwalt von Beruf, hat mit Noch-Umweltministerin Barbara Hendricks das Themenpaket Umwelt verhandelt und gehörte zur so genannten großen Runde, die im Hintergrund die sechs SPD-Top-Verhandler (Martin Schulz, Lars Klingbeil, Andrea Nahles, Olaf Scholz, Manuela Schweig und Malu Dreyer) bestärkte. 35 Sozialdemokraten waren das, darunter fünf Niedersachsen, mit dem Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten Stephan Weil. Der war die ganze Nacht dabei und zog in seiner unaufgeregt-entschiedenen Art mit die Strippen.

Weils Rolle in der SPD sei seit der gewonnenen Niedersachsenwahl eine noch bedeutendere geworden, heißt es. Und: Niedersachsen sei für die Sozis inzwischen das wichtigste Bundesland. Die Nordrhein-Westfalen hätten zu viel Klatschen einstecken müssen. Weils Auftritt („sturmfest und glaubwürdig“) komme inner- wie außerparteilich gut an. So gut, dass ein paar Genossen einen neuen Willen zur Macht vermuteten und ihn schon als Bundesfinanzminister sahen.

Die Rolle aber wird nun Olaf Scholz übernehmen und die des Vizekanzlers gleich mit. Dass Martin Schulz sich auf die Aufgabe als Außenminister konzentrieren will, findet Miersch wichtig: „Sein Thema ist Europa und die Außenpolitik.“ Er hätte sich vorstellen können, dass der gescheiterte Kanzlerkandidat Parteichef bleibt, begrüße jetzt aber, dass Andrea Nahles die Spitze anpeilt. „Das schärft unser Profil und schafft den nötigen Ausgleich zwischen Parteivorstand, Fraktion und Basis.“ Nahles habe Kampfgeist und sei Garantin für den notwendigen Erneuerungsprozess. Denn es gehe nicht nur darum, sich als SPD in der GroKo zu beweisen. „Wir müssen Entscheidenderes leisten. Mithelfen, den Klimawandel zu stoppen und Globalisierung zu meistern.“

Je näher der GroKo-Durchbruch kam, desto mehr büßte die SPD an Zustimmung beim Bürger ein. Miersch weiß das. Aber er hält einen Wert von 18 Prozent für die Talsohle. „Wenn wir beim Mitgliedervotum fair miteinander umgehen, wird die Partei gestärkt“, meint Hannovers Parteichef. Sein Versprechen für die Zukunft ist alles andere als müde: „Ich werde alles dafür tun, dass die Profilbildung nicht auf der Strecke bleibt!“

Von Vera König

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf Schneefälle folgt Sonne und frostige Temperaturen: In der kommenden Woche wird es in Niedersachsen sehr kalt, aber schön.

04.02.2018

Navi an, Kopf aus? Immer brav dem Navigationsgerät folgend hat sich der Fahrer eines litauischen Sattelzuges mitten in einem Waldgebiet westlich von seinem Ziel Hannover festgefahren.

31.01.2018

Uelzen ist eben nicht Wolfsburg.

29.01.2018