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Michael Kronacher sitzt im Landtag in Hannover.

Michael Kronacher sitzt im Landtag in Hannover. © Holger Hollemann

Landtag

Kronacher sieht keinen Wettbewerbsvorteil

Ein SPD-naher Unternehmer hat die Suche nach einem neuen Werbeslogan für Niedersachsen organisiert. Wusste er durch frühere Aufträge besser Bescheid als die Konkurrenz? Im Untersuchungsausschuss zur Vergabeaffäre weist er diesen Vorwurf zurück.

Hannover. Kommunikationsberater Michael Kronacher hat im Untersuchungsausschuss zur Vergabeaffäre der niedersächsischen Regierung von sich gewiesen, für unsauberes Vorgehen verantwortlich zu sein. Wenn er Aufträge annehme, gehe er davon aus, dass diese durch ein korrektes Verfahren abgedeckt seien, sagte der Berliner Berater am Dienstag in Hannover. "Die vergaberechtlichen Aspekte kann ich nicht beurteilen und tue das auch nicht, wenn ich von öffentlicher Hand Aufträge annehme."

Kronacher wurde im Ausschuss von den Landtagsabgeordneten als Zeuge befragt. Die Opposition wirft der Landesregierung vor, den SPD-nahen Unternehmer im Zusammenhang mit einer Auftragsvergabe bevorzugt zu haben, bei der es um die Entwicklung des Werbeslogans "Niedersachsen.Klar" ging.

Kronacher hatte im August 2013 einen Workshop zur Neuausrichtung des Landesmarketings moderiert. Dabei kam nach seinen Worten auch zur Sprache, dass der alte Slogan für Niedersachsen "überholungsbedürftig" war.

Als die Landesregierung 2015 einen zweiten Workshop ausschrieb, um einen neuen Slogan zu finden, bekam er ebenfalls den Zuschlag. Durch den ersten Workshop habe er keinesfalls einen Wettbewerbsvorteil gehabt, sagte Kronacher. "Ich hatte keine Vorerfahrung, die sich nicht jeder andere Anbieter auch in kurzer Zeit hätte aneignen können." Allerdings hatte er in seinem Angebot erwähnt, dass er bereits 2013 mit der Sache befasst war - und darauf hingewiesen, dass dies zur Minimierung der Kosten beitragen würde.

Der zweite Workshop im April 2015 brachte zunächst kein Ergebnis. 2016 beauftragte die Landesregierung Kronacher, ein weiteres Verfahren unter mehreren Agenturen zur Findung eines Werbeslogans zu organisieren. Nach Darstellung Kronachers handelte es sich dabei um einen Anschlussauftrag, nicht um eine formelle Neuaufbeauftragung. Zu diesem Vorgang gibt es weder Akten noch Mails.

Kronacher sagte dazu, er habe weder den Vertrag vor Augen, noch wisse er, auf welcher Basis er abgerechnet habe. Auch die Frage, welcher Mitarbeiter der Pressestelle der Staatskanzlei ihm das Signal für das weitere sogenannte Pitch-Verfahren gegeben habe, konnte Kronacher nicht beantworten. Er habe sowohl mit Regierungssprecherin Anke Pörksen (SPD) als auch mit dem stellvertretenden Sprecher Michael Jürdens sowie mit dem Mitarbeiter Michael Täger gesprochen. Der Ausschuss will die Anhörung des Kommunikationsberaters in der kommenden Woche fortsetzen.

Bei der Vergabeaffäre der Regierung stehen Wirtschaftsministerium und Staatskanzlei im Fokus. Im Wirtschaftsministerium sollen die frühere Staatssekretärin und der damalige Sprecher bei Auftragsvergaben nicht korrekt gearbeitet haben. Auch die Staatskanzlei räumte bereits handwerkliche Fehler sowie schlampige Aktenführung bei der Auftragsvergabe ein.

dpa


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