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Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer.

Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer. © Uli Deck/Archiv

Prozesse

Krankenpfleger muss für Mord an Geliebter lebenslang in Haft

Er hat keine Vorstrafen und war als Pilger auf dem Jakobsweg unterwegs, bevor er eine junge Frau erwürgte. Das Landgericht Hannover ist überzeugt, dass der 42-Jährige trotz seines Alkoholkonsums vor der Tat voll schuldfähig ist.

Hannover. Für den Mord an seiner Geliebten muss ein 42 Jahre alter Krankenpfleger aus Hannover lebenslang ins Gefängnis. Damit folgte das Landgericht der Landeshauptstadt am Montag dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte achteinhalb Jahre Haft wegen Totschlags gefordert.

Der Mann hatte gestanden, die 29-Jährige aus Bad Nenndorf Anfang April nachts im Bett seiner Wohnung erwürgt zu haben, ein Motiv konnte er aber nicht nennen. Den Gewaltausbruch führte er auf seinen hohen Alkoholpegel zurück. Der Pfleger hatte die Leiche danach in einem Wald abgelegt und war zunächst nach England geflüchtet.

In seiner Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch: "Das Schwurgericht hat kein Motiv für diese Tat feststellen können." Fest stehe aber, dass der 42-Jährige mit direktem Vorsatz die junge Frau getötet habe. "Wir haben überhaupt keinen Zweifel daran, dass die Tat heimtückisch war." Täter und Opfer seien in einer Situation gewesen, in der man einander uneingeschränkt vertraue und nicht mit einem Angriff rechne.

Der Staatsanwaltschaft zufolge tötete der Mann aus Wut und Frustration, weil die junge Frau eine Berührung von ihm als "nicht schön" bezeichnet hatte. Das Opfer hatte den Pfleger Anfang 2015 als Patientin im Krankenhaus kennengelernt. Die beiden hatten sich im Laufe der zwei Jahre etwa zwölf Mal zum Sex verabredet - die Frau wünschte sich im Gegensatz zu ihm aber eine ernsthafte Beziehung.

In seinem Schlusswort hatte der Angeklagte sich an die Mutter der Getöteten gewandt und wortreich seine Reue ausgedrückt. "Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass ich zu so einer Tat fähig bin", sagte der 42-Jährige, der sich nach dem Verbrechen zunächst einen Kaffee gekocht und dann in der Wohnung des Opfers eine EC-Karte samt Pin-Nummer für die Flucht gestohlen hatte. 

Nach Überzeugung der Verteidigung war der Angeklagte zum Tatzeitpunkt vermindert schuldfähig, weil er zuvor Bier, Wein, Gin Tonic und Tee mit Rum getrunken habe. Aus diesem Grund will der Anwalt des 42-Jährigen das Urteil anfechten. 

dpa


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