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Niedersachsen Kirche kündigt Widerstand gegen Enteignung an
Nachrichten Niedersachsen Kirche kündigt Widerstand gegen Enteignung an
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13:24 13.09.2010
Die Erkundung des Salzstocks Gorlebens soll ab Oktober wieder aufgenommen werden, nachdem sie zehn Jahre unterbrochen war. Quelle: dpa
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Die evangelische Kirche will sich gegen eine Enteignung in Gorleben wehren: Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) plant, in das neue Atomgesetz wieder die Möglichkeit aufzunehmen, Besitzer von möglichen Endlager-Standorten enteignen zu lassen, wenn diese nicht kooperationsbereit sind. Rot-Grün hatte diese Möglichkeit 2002 abgeschafft. Die Erkundung des Salzstocks Gorlebens soll ab Oktober wieder aufgenommen werden, nachdem sie zehn Jahre unterbrochen war.

Kirchengemeinden in der Region und der Waldbesitzer Andreas Graf von Bernstorff hatten sich bereits vor rund 20 Jahren geweigert, dem Bund Rechte für die Erkundungsarbeiten für ein mögliches Endlager in Gorleben abzutreten. Den Kirchengemeinden und Bernstorff gehören Grundstücke über dem Salzstock. Deshalb wurde bisher nur eine Hälfte des Salzstocks untersucht.

Superintendent Wichert-von-Holten kritisierte die Informationspolitik von Bundesumweltminister Röttgen. Der Pastor sagte: „Wir sind alle sehr enttäuscht und erbost über die Entscheidungen, die in Berlin getroffen werden.“ Er erwarte, dass die Bundesregierung das Gespräch mit den Grundbesitzern suche.

„Wir hoffen, dass sie auf uns zukommen und dass es zu vernünftigen Gesprächen kommt.“ Bislang habe es keinen Dialog mit den Menschen vor Ort gegeben. „Es ist mehr als schwierig“, sagte Wichert-von Holten. Bischofsvikar Hans-Hermann Jantzen in Lüneburg warte seit mehr als einem dreiviertel Jahr auf einen Termin bei Bundesumweltminister Röttgen.

Pastor Wichert-von Holten ist zudem überzeugt, dass der Bund die noch fehlenden Grundstücke für die Erkundung des Salzstocks braucht, darunter auch die der Kirche. „Wenn es ein Endlager werden soll, das ordentlich erkundet ist, sind sie auf alle umliegenden Grundstücke angewiesen.“ Die Kirche prüfe derzeit, wie sie sich rechtlich gegen eine mögliche Enteignung wehren könne.

dpa

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