Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Ist der Wulff-Prozess in drei Wochen vorbei?
Nachrichten Niedersachsen Ist der Wulff-Prozess in drei Wochen vorbei?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:11 02.01.2014
Christian Wulff am 2. Januar im Gerichtssaal. Quelle: dpa
Hannover

Am 9. Januar soll noch ein Ermittler des Landeskriminalamts kommen und die Fragen von Richtern, Staatsanwälten und Verteidigern beantworten. „Dann beabsichtigt die Kammer, die Beweisaufnahme zu schließen“, sagte der Vorsitzende Richter Frank Rosenow. Möglicherweise werden an diesem Tag auch schon die Plädoyers gehalten. Wann genau das Urteil verkündet werden soll, steht noch nicht fest – Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Richter müssen sich noch auf einen Termin einigen. Zur Auswahl stehen der 13., 16. und 21. Januar.

Seine Geduld hat Rosenow offenbar nicht nur mit dem Prozess verloren. Zuvor bereits nahm er den einzigen Zeugen des Prozesstags in die Mangel: Immer wieder fragte Rosenow den Ermittlungsleiter des Landeskriminalamts (LKA), ob er denn auch Entlastendes gesucht habe. So habe das LKA minutiös aufgelistet, wann Groenewold Wulff eingeladen habe, aber „für den Sachverhalt ist es wichtig, ob es auch Gegeneinladungen gegeben hat. Haben Sie das überprüft?“ Der LKA-Ermittler weicht aus. Er habe nur innerhalb bestimmter Zeiträume und nur, insofern die persönlichen Kalender der Angeklagten das hergegeben hätten, Treffen überprüfen können.

Auch als der Ermittler einen Redetext ins Spiel bringt, den Groenewold für Wulff geschrieben haben soll, hakt Rosenow nach: „Ist die Rede denn gehalten worden?“ Der Ermittler stutzt. „Ich gehe davon aus“, sagt er und schiebt dann nach: „Ich war nicht dabei.“ Dabei wurde noch einmal deutlich, dass weder Wulff noch Groenewold während der Ermittlungen befragt worden sind.

Wulff selber verfolgte den Prozess an diesem Tag deutlich unruhiger als sonst. Immer wieder verzieht er bei den Aussagen des LKA-Ermittlers das Gesicht. Einmal meldet er sich zu Wort, winkt dann aber wieder ab. Es arbeitet sichtlich in ihm. Als sein Verteidiger Bernd Müssig dann doch eine Klarstellung zu den E-Mail-Konten der Staatskanzlei macht („Herr Wulff hatte zu diesem Zeitpunkt keine persönliche E-Mail-Adresse in der Staatskanzlei. Wer an ihn direkt schreiben wollte, schrieb an seine Sekretärin“) bestätigt Wulff die Aussage knapp. „Ich könnte noch viel mehr ausführen, aber das lasse ich lieber jetzt.“

Von Heiko Randermann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!