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Siemens und ThyssenKrupp haben ihr Interesse an der Transrapid-Teststrecke im Emsland verloren.© Nigel Treblin (ddp)

Emsland

Industrie will die Transrapid-Teststrecke nicht mehr

Die Industrieunternehmen Siemens und ThyssenKrupp haben ihr Interesse an der Transrapid-Teststrecke im Emsland verloren. „Wir brauchen die Teststrecke nicht mehr“, hieß es gestern bei Siemens nach einem Gespräch im niedersächsischen Wirtschaftsministerium.

Bis Mitte kommenden Jahres sei das Testprogramm mit der neuen Magnetbahn TR 09 abgeschlossen, anschließend gebe es keine Notwendigkeit für weitere Testprogramme, sagte ein Unternehmenssprecher. Er begründet das mit dem Aus für die geplante Strecke in München und den fehlenden Vermarktungschancen für den Transrapid als Nahverkehrsmittel.

Das niedersächsische Wirtschaftsministerium reagierte gestern noch zurückhaltend. Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) hatte in dem Gespräch mit den Industrievertretern diese vor allem aufgefordert, weiterhin auf der Testanlage zu arbeiten. „Das auf der Versuchsanlage über 20 Jahre aufgebaute einmalige Know-how des fachlich hochqualifizierten Personals sichert die Exportfähigkeit des Transrapids und darf nicht einfach aufgegeben werden“, sagte er im Anschluss.

Das Bundesverkehrsministerium hatte bereits vor einigen Wochen erkennen lassen, dass es nach Ablauf des Testprogrammes am 30. Juni kommenden Jahres keine weiteren Zuschüsse für die Strecke geben werde. Gestern lehnte das Ministerium in Berlin eine Stellungnahme zum Thema Transrapid ab. Bisher hatte der Bund den Betrieb auf der Anlage mit jährlich acht Millionen Euro unterstützt. Von den Industrieunternehmen Siemens und ThyssenKrupp sowie der Betreibergesellschaft IABG flossen nach Angaben des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums jährlich knapp drei Millionen Euro nach Lathen.

Bei dem gestrigen Gespräch ist nicht über Geld gesprochen worden. Allerdings hat man sich im Landeswirtschaftsministerium schon Gedanken über eine finanzielle Beteiligung gemacht. „Wenn die Industrie ihren Beitrag leistet und weiterhin aktiv ist, kann man neu über die Finanzierung nachdenken“, sagte Ministeriumssprecher Christian Haegele. Sollten die Bundeszuschüsse aber wegfallen, könne dies das Land nicht alleine stemmen.

Mit Enttäuschung reagierte am Mittwoch der Landrat des Kreises Emsland, Hermann Bröring. „Ich fürchte, dass es künftig keinen Transrapid-Betrieb geben wird“, sagte er. Im Emsland gebe es bereits Überlegungen, wie es in Lathen weitergehen soll. Eine Idee sei, einen Technologiepark aufzubauen und dort Techniken, die mit dem Transrapid zu tun haben, weiterzuentwickeln. Bröring griff Siemens und Thyssen-Krupp heftig an. „Die Industrie erkennt nicht ihre Verantwortung, in Lathen weiterzumachen, obwohl die Anlage insgesamt mit einer Milliarde Euro subventioniert wurde“, sagte er.

von Mathias Klein


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