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Homosexuelles Paar zeigt seine Eheringe.

Homosexuelles Paar zeigt seine Eheringe. © Julian Stratenschulte/Archiv

Gesellschaft

Homo-Paare von 2001 wollen auch als erste getraut werden

Zwei Männer aus Hannover haben Jahrzehnte für die Öffnung der Ehe für alle gekämpft. Deshalb planen sie, 16 Jahren nach der Eintragung ihrer Lebenspartnerschaft noch einmal vor den Standesbeamten zu treten. In anderen Städten im Norden gibt es ähnliche Anfragen.

Hannover. Reinhard Lüschow und Heinz-Friedrich Harre aus Hannover waren 2001 die bundesweit ersten, die eingetragene Lebenspartner wurden - nun wollen sie auch so früh wie möglich die Ehe eingehen. Das Standesamt in Hannover richtet aus Anlass der Öffnung der Ehe für alle am 1. Oktober einen Sonderservice ein. Wie die niedersächsische Landeshauptstadt mitteilte, sollen ausnahmsweise zwei Paare an einem Sonntag getraut werden. Neben Lüschow und Harre wollen zwei Frauen ihre eingetragene Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln. Sie hatten ebenfalls am 1. August 2001 in Hannover eine Lebenspartnerschaft begründet.

Mit dem außergewöhnlichen Termin soll der Verwaltung zufolge die Bedeutung des neuen Gesetzes hervorgehoben werden. Allerdings seien die Termine noch nicht verbindlich, weil die Ausführungsbestimmungen noch nicht vorliegen. Auch für den 2. Oktober bietet das Standesamt Hannover 28 Termine zur Eheschließung an, obwohl normalerweise montags keine Trauungen stattfinden. Es gebe Anfragen von homosexuellen Paaren und erste Termine, sagte Stadtsprecher Udo Möller. In Hannover leben rund 1670 Menschen in eingetragenen Lebenspartnerschaften. Diese können nach dem 1. Oktober nicht mehr geschlossen werden, bestehende bleiben aber erhalten - oder können in Ehen umgewandelt werden.

Die Stadt Oldenburg rechnet mit etwa 35 bis 40 gleichgeschlechtlichen Ehen pro Jahr. Seit dem Beschluss zur Öffnung der Ehe für alle habe es etwa 15 Anfragen zur Umwandlung von Lebenspartnerschaften gegeben, sagte Stadtsprecher Stephan Onnen. Seit 2001 wurden in Oldenburg 381 Lebenspartnerschaften geschlossen. Diese sind rechtlich nicht mit der Ehe gleichgesetzt, vor allem beim Adoptionsrecht.

Auch in Göttingen und Braunschweig gab es schon Anfragen von schwulen und lesbischen Paaren. Überwiegend habe es sich um Anfragen zur Umwandlung von Lebenspartnerschaften gehandelt, hieß es aus Braunschweig. Dort wurden im vergangenen Jahr 30 Lebenspartnerschaften begründet. An der Zeremonie ändere sich nichts, sagte eine Sprecherin der Stadt. Die Bezeichnung laute bei homosexuellen Paaren jedoch demnächst Ehegatte statt Partner.

Bremen schätzt die künftige Zahl der gleichgeschlechtlichen Ehen auf 70 bis 100 pro Jahr. Innensenator Ulrich Mäurer hatte die Entscheidung Ende Juni als "überfällig" bezeichnet - schließlich sei die Ehe für schwule und lesbische Paare seit längerem schon von Irland bis Israel möglich. In der Stadt Bremen leben geschätzte 900 homosexuelle Paare in eingetragenen Lebenspartnerschaften.

dpa


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