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Anis Amri

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Terror

Hildesheim: Anis Amri wohnte in einer Flüchtlingsunterkunft

Neue Erkenntnisse im Fall Anis Amri: Der Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt hat unter falschem Namen in einer Asylunterkunft in Hildesheim gewohnt. Aus einer Mail des LKA Nordrhein-Westfalen im Februar 2016 geht hervor, dass er bereits zu dem Zeitpunkt von den Ermittlern für eine tickende Zeitbombe gehalten wurde.

Hannover/Hildesheim.  Der Berliner Weihnachtsmarkt Attentäter Anis Amri († 24) ist offenbar viel häufiger in Niedersachsen gewesen, als bislang bekannt. Aus einer brisanten Nachricht des Landeskriminalamts (LKA) Nordrhein-Westfalen an das LKA Niedersachsen im Februar 2016 geht hervor, dass der als Gefährder eingestufte Tunesier zeitweise auch in einer Asylbewerberunterkunft in Hildesheim lebte. Dass Amri eine tickende Zeitbombe war, geht ebenfalls aus der Information hervor. „Im gesamten Bundesgebiet wirbt Amri offensiv bei anderen Personen darum, gemeinsam mit ihm islamistisch motivierte Anschläge zu begehen“, heißt es.

Was die Öffentlichkeit bislang nicht wusste: Amri, der unter 14 Alias-Namen in Deutschland unterwegs war, war auch unter falscher Identität in dem Flüchtlingsheim in Hildesheim untergetaucht. Wann und wie oft er sich dort aufhielt, ist nicht geklärt: Das LKA Niedersachsen hat im Fall des späteren Attentäters nicht wirklich ermittelt.

Es sei von den Beamten „eine Detailabfrage durchgeführt“ worden, so ein LKA-Sprecher. Heißt im Klartext: Es gab eine Personen-Überprüfung im Computer. Die brachte aber keine Erkenntnisse über den Tunesier. Dann wurde die Mitteilung aus NRW, in der auch die Rede davon war, dass Amri sich großkalibrige Schnellfeuergewehre über Kontaktpersonen in der französischen Islamistenszene beschaffen“ wolle, beim LKA Niedersachsen abgeheftet.

Der recht sorglose Umgang mit der Personalie Amri wird von der Behörde am Waterlooplatz damit begründet, dass die Kollegen aus NRW mitgeteilt haben, dass sich der Tunesier überwiegend in Nordrhein-Westfalen und Berlin aufgehalten habe und es keine Hinweise „auf einen Lebenmittelpunkt in Niedersachsen“ gegeben habe.

Zehn Monate später tötete Amri bei seinem Lkw-Anschlag in Berlin 14 Menschen, mehr als 50 wurden teils schwer verletzt.

Mehr in der Sonnabend-Ausgabe der NP.

Von Britta Mahrholz

Hildesheim

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