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Hilfsorganisationen

Herzstillstand: Ersthelfer werden immer häufiger zu Rettern

Jedes Jahr erleiden in Deutschland 40 000 bis 60 000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. Dann ist es wichtig, dass Ersthelfer genau wissen, was zu tun ist. Mit einer Aktionswoche machen das Rote Kreuz und andere Organisationen auf das Thema aufmerksam.

Hannover. Immer häufiger überleben Menschen einen Herzstillstand dank der Hilfe von Augenzeugen. Die Zahl der Ersthelfer habe sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt, sagte der Rettungsmediziner Ulrich Heida vom Klinikum Wolfenbüttel. "Bisher greifen in Deutschland rund 30 Prozent der Menschen ein, wenn jemand nach einem Herzstillstand Hilfe benötigt. Noch vor kurzer Zeit waren es nur rund 17 Prozent." Jedes Jahr erleiden in Deutschland 40 000 bis 60 000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand.

Trotz der positiven Entwicklung bei den Ersthelfern greifen aus Sicht von Medizinern immer noch zu wenige Menschen zu lebensrettenden Maßnahmen. "Viele Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen", sagte Jens Sewohl vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Niedersachsen. Immer mehr Menschen seien zwar bereit, zu helfen. Viele besuchten aber auch nur Erste-Hilfe-Kurse, die etwa für den Führerschein Pflicht seien, sagte die Sprecherin des Arbeiter-Samariter-Bundes in Niedersachsen, Annegret Droba.

Mit der Aktion "Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation" wollen Anästhesisten und Rettungskräfte vom 18. bis 24. September für die Ersthilfe werben. Bei der Hauptaktion in Wolfenbüttel sind am 20. September in der Fußgängerzone Reanimationsübungen für Kindergärten, Firmen und Passanten geplant.

Oft fehlt es nach Ansicht von Experten nur am nötigen Selbstvertrauen, nicht am medizinischem Sachverstand. "Wenn die Menschen beherzt eingreifen, machen sie intuitiv meist das Richtige", sagte Sewohl. Ein plötzlicher Herzstillstand könne jeden treffen. Eine sofortige Hilfe sei wichtig, um die Überlebenschancen zu erhöhen, erklärte der Leiter des DRK Wolfenbüttel, Andreas Richter.

Als positives Beispiel gilt etwa der Einsatz einer jungen Augenarzthelferin im Sommer 2016 in Hannover. Sie rettete einem vierjährigen Mädchen, das leblos im Becken eines Schwimmbades lag, durch sofortige Herzdruckmassage das Leben.

dpa


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