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Niedersachsen Handys ins Gefängnis in Bremervörde geschmuggelt
Nachrichten Niedersachsen Handys ins Gefängnis in Bremervörde geschmuggelt
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18:58 31.03.2017
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Bremen

Die Staatsanwaltschaft Verden ermittelt gegen mehrere Personen, die Handys und Drogen in die JVA Bremervörde geschmuggelt haben sollen. "Der Anfangsverdacht hat sich bestätigt", sagte Pressesprecher Lutz Gaebel am Freitag. "Die Ermittlungen dauern an." Über die Fälle hatte zuvor das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet. Demnach richten sich die Vorwürfe gegen mindestens fünf Mitarbeiter von privaten Dienstleistern.

Vollzugsbeamte hätten mindestens 34 Handys und etliche Drogen in der Haftanstalt sichergestellt, heißt es in dem Artikel. Die Staatsanwaltschaft wollte sich dazu nicht näher äußern. Auch zur Zahl der Beschuldigten machte sie keine Angaben. Sie bestätigte, dass die Behörde seit Anfang 2016 ermittelt - zunächst verdeckt, seit Anfang 2017 auch offen. "Welchen Umfang dieses Verfahren haben wird, werden wir am Ende der Ermittlungen sehen", sagte Gaebel.

Dem "Spiegel"-Bericht zufolge hatte ein Häftling Anfang 2016 ausgesagt, dass die Handys in Werkzeugpaketen über die Gefängnisschlosserei in die JVA geschmuggelt würden. Der Gefängnisleiter Arne Wieben stellte demnach im Februar 2016 Strafanzeige. "Eine Durchsuchung weise auf "organisierte Strukturen" hin, schrieb Wieben in einem Brandbrief an die Staatsanwaltschaft Verden, nachdem das Verfahren in den ersten Monaten zunächst weitgehend unbearbeitet geblieben war", heißt es in dem Artikel. Demnach kam erst nach diesem Brief Bewegung in die Ermittlungen. Der Gefängnisleiter war am Freitagnachmittag telefonisch nicht erreichbar.

Die JVA Bremervörde ist die erste teilprivatisierte Justizvollzugsanstalt in Niedersachsen. Private Dienstleister kümmern sich etwa um die Verpflegung und Beschäftigung der Gefangenen. Die Bewachung der Häftlinge übernehmen Justizvollzugsbeamte. Die Zusammenarbeit zwischen den privatangestellten Mitarbeitern und den Beamten in der Justizvollzugsanstalt sei reibungslos, hieß es in einer im Juni 2016 veröffentlichten Antwort des Justizministeriums auf eine Anfrage von SPD und Grünen.

dpa

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