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Niedersachsen Glaeseker-Prozess: So lief das mit den Sponsoren
Nachrichten Niedersachsen Glaeseker-Prozess: So lief das mit den Sponsoren
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00:16 17.01.2014
Von Heiko Randermann
Vor Gericht: Eventmanager Manfred Schmidt. Quelle: dpa
Hannover

 „Ich habe mich sehr über Olaf Glaeseker gewundert“, sagte die 62-Jährige, die 2009 Sponsoren für den Nord-Süd-Dialog sammeln sollte. Glaeseker habe aktiv Sponsoren gesammelt und sich von Schmidt dabei heftig unter Druck setzen lassen dabei. Sie verstand Glaesekers Verhalten nicht, weil sie wusste, dass der baden-württembergische Regierungssprecher es strikt abgelehnt hatte, bei der Sponsorensuche mitzumachen, weil „das nicht in Ordnung ist“. Sie habe sich deshalb auch gefragt, ob der damalige Ministerpräsident und damit Chef von Glaeseker, Christian Wulff, gewusst habe, dass Glaeseker so stark für die Veranstaltung einsetzt.

Das Verhältnis zwischen Glaeseker und Schmidt sei freundschaftlich gewesen, „aber es stand dabei auch immer das Geschäftliche dahinter, das war spürbar“, sagte die Zeugin. So habe Schmidt etwa seine Reise mit den Glaesekers im Nachtzug intern damit begründet, er müsse „nachdem, was der Olaf alles für ihn getan habe, jetzt auch mal etwas für ihn machen.“

Schmidt und Glaeseker stehen vor Gericht, weil ihnen Bestechung und Bestechlichkeit vorgeworfen wird. Glaeseker soll aus seinem Amt als Regierungssprecher in Niedersachsen 170.000 Euro an Sponsorengeldern für die Schmidt-Party Nord-Süd-Dialog eingeworben haben. Im Gegenzug soll er Glaeseker Urlaube und Gratisflüge im Wert von rund 12.000 Euro spendiert haben. Glaeseker und Schmidt bestreiten die Vorwürfe und betonen, ihr Verhältnis sei rein freundschaftlich. Glaeseker argumentiert außerdem, dass er sich vor allem deswegen so stark eingesetzt habe, um zu verhindern, dass die Veranstaltung aus Geldmangel platzt.

Das wäre wohl nicht passiert, sagte die Zeugin. Es habe zwar immer Druck von Schmidt gegeben, mehr Sponsorengelder zu sammeln, aber „es war völlig klar, dass die Veranstaltung stattfindet. Es war nur fraglich, ob sie sich trägt.“ Im Zweifel hätte vermutlich Schmidt die Differenz zahlen müssen.

Ein weiterer Zeuge half dagegen den Angeklagten. Der ehemalige persönliche Assistent von Schmidt bestätigte, dass die beiden Angeklagten ein besonders enges freundschaftliches Verhältnis hatten. Schmidt habe ihm einmal gesagt: „Olaf und Vera (Glaeseker) sind meine besten Freunde, sie sind wie meine Familie.“ Das habe sich auch im Umgang der drei untereinander gezeigt.

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