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Niedersachsen FDP-Vorstoß zur Schulwahl entfacht Streit
Nachrichten Niedersachsen FDP-Vorstoß zur Schulwahl entfacht Streit
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16:19 30.11.2009
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Hannover. Bei Bildungsverbänden stieß die Linie der Liberalen teils aber auch auf Zustimmung. Der niedersächsische Philologenverband, der Gymnasiallehrer vertritt, reagierte am Montag mit „Sympathie“. Der Verband Bildung und Erziehung in Niedersachsen dagegen sprach von einer „Bankrotterklärung“. Die Landtagsopposition übte einhellig Kritik. Aber auch die CDU als großer Koalitionspartner der FDP äußerte sich ablehnend.

Die FDP hatte am Wochenende bei ihrem Parteitag beschlossen, es sollten Aufnahmeprüfungen an weiterführenden Schulen eingeführt werden, falls Eltern und Grundschulen zu unterschiedlichen Auffassungen über die Leistungsfähigkeit der Schüler kommen. Bisher können Eltern ihre Kinder auch mit einer Hauptschul-Empfehlung an Gymnasien anmelden.

Die Schulexpertin der SPD-Fraktion im Landtag, Frauke Heiligenstadt, kritisierte am Montag in Hannover, die FDP sehe Eltern als „Störfaktor“ an, anstatt sie einzubinden. „Die FDP will ein Schulsystem, das nicht mehr funktioniert, künstlich am Leben erhalten.“ Die SPD werde für den freien Elternwillen kämpfen.

Die Fachfrau der Grünen, Ina Korter, nannte den FDP-Vorstoß einen „völlig ungeeigneten Versuch zum Erhalt der Hauptschulen“. Damit würden lediglich die sozialen Bildungshürden weiter erhöht. „Der geforderte Eingangstest für das Gymnasium ist ein Generalangriff auf den Willen der Eltern in Niedersachsen“, kritisierte die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Christa Reichwaldt.

Der Geschäftsführer des Philologenverbandes, Roland Neßler, hält die Initiative der FDP dagegen für richtig. Der derzeit völlig freie Zugang für jedes Kind zu jeder Schulform stehe dem Leistungsgedanken entgegen, sagte er am Montag. Der Gymnasiallehrerverband werde bei dem am Mittwoch in Goslar beginnenden Philologentag um Thema „freier Elternwille“ voraussichtlich aber keinen gesonderten Beschluss fassen. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) soll bei dem Treffen eine Rede zur Bildungspolitik halten.

Auch der Realschullehrer-Verband reagierte positiv auf die FDP-Linie. Die Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Gitta Franke-Zöllmer, nannte den Plan der FDP jedoch einen „rechts-konservativen Fallrückzieher in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts“.

lni

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