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Niedersachsen FDP: Aufnahmeprüfung an Gymnasien?
Nachrichten Niedersachsen FDP: Aufnahmeprüfung an Gymnasien?
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14:59 29.11.2009
Die FDP hat eine Debatte um den freien Elternwillen angestoßen. Quelle: lni

Von Carsten Lappe

Hannover. Beabsichtigt war das so nicht. „Das hat uns auch gewundert“, sagte der bildungspolitische FDP-Fraktionssprecher und Beisitzer im Landesvorstand, Björn Försterling, zu der Entscheidung der knapp 300 Delegierten, ohne Diskussion einen Änderungsantrag des Landesfachausschusses Schule in den verabschiedeten Leitantrag „Bildung ist Zukunft“ aufzunehmen.

Die FDP-Leitlinien zur künftigen Bildungspolitik sehen nun eine Aufnahmeprüfung der weiterführenden Schulen vor, falls Grundschulen und Eltern unterschiedlicher Meinung über das Leistungsvermögen der Kinder sind. Dies würde den Elternwillen in Niedersachsen erheblich einschränken. Bislang können Eltern ihre Kinder auch mit einer Hauptschulempfehlung an einem Gymnasium anmelden. „Die meisten haben offensichtlich gar nicht begriffen, was sie da entschieden haben“, sagte ein führender Liberaler zu dem Votum.

Denn dies dürfte auch heftige Diskussionen mit der CDU auslösen. „Das gibt es mit der CDU nicht“, urteilte der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Ludwig von Danwitz, sofort. Und der stellvertretende Fraktionschef, Karl-Heinz Klare, ließ durchblicken, dass man keine Elternproteste provozieren wolle, nachdem sich gerade erst Ruhe bei der Unterrichtsversorgung eingestellt hat. „Das wäre eine Politik gegen die Interessen der Eltern“, sagte Klare.

Doch die FDP will nach dem Beschluss nun „zeitnahe Gespräche“ mit der CDU aufnehmen. Zustimmung erhielt sie umgehend nach dem Parteitag vom Realschullehrer-Verband. „Man sollte schon sehen, dass man, wenn man was machen will, das schon zum neuen Schuljahr macht“, sagte Försterling. Insgeheim rechnet die FDP-Fraktion auch mit Gesprächsbereitschaft. Die Schulpolitiker der CDU würden so etwas „hinter vorgehaltener Hand“ sehr wohl unterstützen, mutmaßten einige Liberale in Wilhelmshaven. „Natürlich gibt es da auch bei uns Diskussionen“, räumte von Danwitz ein. „Dies würde uns aber nur wieder den Vorwurf einringen, die Hauptschulen stärken zu wollen.“

In der Tat könnten Aufnahmeprüfungen dafür sorgen, dass in einigen Bereichen Haupt- und Realschulen wieder gestärkt werden, nachdem es in den letzten Jahren einen Run auf die Gymnasien gegeben hat. Viele Eltern rechnen sich nur dort vernünftige Zukunftschancen für ihre Kinder aus. „Wenn die CDU klug ist, wird sie das unterstützen, um das dreigliedrige Schulsystem zu retten“, sagte ein führender Liberaler und sprach damit einen wunden Punkt bei der CDU an. Auch sie weiß, dass es immer schwieriger wird, einen parallelen Bestand von Gymnasien, Haupt- und Realschulen im ländlichen Raum zur sichern.

„Natürlich muss da was passieren, das wissen wir“, sagte von Danwitz. Man wolle nun aber erstmal schauen, wie das neue Schulgesetz mit verstärkten Kooperationen von Haupt- und Realschulen wirke. Auch der Vorschlag der FDP, mehr Kooperative Gesamtschulen mit einem Gymnasialzweig auf dem Land zuzulassen, lehnte die CDU zunächst ab.

Es scheint, als warte auf die Koalition in der Bildungspolitik genau das, was FDP-Landeschef Philipp Rösler beenden wollte. „Wir müssen weg kommen von strukturellen Debatten und uns auf die Inhalte konzentrieren“, hatte er zu Beginn des Parteitages gefordert. lni

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