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Niedersachsen Ex-Ministerin Griefahn kandidiert für SPD-Landesvorsitz
Nachrichten Niedersachsen Ex-Ministerin Griefahn kandidiert für SPD-Landesvorsitz
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17:34 11.02.2010
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Damit konkurrieren nun gleich vier Sozialdemokraten um den Posten des Landesvorsitzenden, nachdem der glücklose Garrelt Duin seinen Rückzug verkündet hatte.

Bis zur Wahl Ende Mai beim Landesparteitag müssen sie den Delegierten nun in zahlreichen Veranstaltungen darlegen, wie sie die schwächelnde SPD nach den Wahlschlappen zu neuer Stärke führen wollen. Den Auftakt macht die Zusammenkunft des SPD-Parteirates an diesem Samstag in Hannover.

Griefahn - von Ex-Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD) 1990 in die Landesregierung geholt - hatten bisher eher wenige auf dem Zettel. Doch sie gilt als überaus selbstbewusste Frau. Kurz nach Amtsantritt in Niedersachsen 1990 mauserte sie sich zum „Liebling der Medien“. Allerdings war sie wegen einiger Schnitzer und der „Familienfilz-Affäre“ auch unter Druck geraten. Sie stand im Verdacht, ihr Amt für geschäftliche Interessen ihres Mannes im Zusammenhang mit der Weltausstellung Expo in Hannover missbraucht zu haben.

Die 55-Jährige, die einst als parteilose Umweltschützern von Greenpeace zur Landespolitik kam, tritt nun gegen die Landtagsabgeordneten Olaf Lies (42) aus Friesland und Stefan Schostok (45) aus Hannover an. Beide haben ihre SPD-Bezirke Weser-Ems und Hannover hinter sich. Als absoluter Außenseiter stellt sich außerdem der 33 Jahre alte Unternehmensberater Stefan Preuße aus Gifhorn dem Wettbewerb um den Spitzenposten bei der Niedersachsen-SPD.

Dieses Auswahlverfahren ist neu für die Partei - denn meist werden Personalentscheidungen im kleinen Zirkel hinter verschlossenen Türen abgesteckt. Kandidat Lies, stellvertretender Landrat in Friesland, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa zur unerwarteten Kandidatur Griefahns: „Der Prozess, dass wir uns öffnen wollen, funktioniert, und das finde ich gut.“

Außerdem hatten einige Sozialdemokraten auch kritisch hinterfragt, ob die SPD gar keine geeigneten Frauen habe. „Für das Bild der Partei ist das nur positiv“ sagte Lies zur Bewerbung Griefahns. Auch Schostok, Vorsitzender in Hannover und damit Chef des größten der vier SPD-Bezirke, hat es sich zur Maxime gemacht, die innerparteiliche Demokratie zu stärken.

Griefahn, die in Buchholz in der Nordheide wohnt, sagte im Gespräch mit der dpa, sie wolle der SPD wieder „Mut und Enthusiasmus“ geben. Sie sei von Ortsvereinen ermuntert worden, sich um den Landesvorsitz zu bewerben. Außerdem habe sie genügend Zeit, sich ganz dieser Aufgabe zu widmen. Griefahn ist in der Landespolitik schon länger nicht mehr gebunden, 2009 verpasste sie den Einzug in den Bundestag.

An diesem Samstag ist der offizielle Anpfiff für die Suche nach einer neuen SPD-Führungskraft. Die vier Kandidaten sollen zehn bis 15 Minuten Zeit bekommen, um ihre „Bewerbungsrede“ vor dem SPD-Parteirat zu halten, ein etwa 100-köpfiges Gremium. Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel werde dabei sein, teilte der SPD-Landesverband mit. Dann beginnt für die Bewerber noch ein langer Weg: Bis Ende Mai sollen sie sich in zehn Veranstaltungen der SPD-Basis präsentieren. Dabei wird es darauf ankommen, wer das sozialdemokratische Herz am stärksten zum Schlagen bringt.

lni

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