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Der Osnabrücker Polizeipräsident Bernhard Witthaut.

Der Osnabrücker Polizeipräsident Bernhard Witthaut. © Hermann Pentermann/Archiv

Kriminalität

Einbrüche mit Millionen-Schaden in Grenzregion aufgeklärt

Sie fahnden gezielt nach Einbrecherbanden - mit Erfolg. Eine Ermittlergruppe der Polizei Osnabrück hat in einem Jahr mehrere Banden zerschlagen und über hundert Fälle aufgeklärt. Das soll jetzt Vorbild für andere Regionen werden.

Osnabrück. Eine vor einem Jahr eingesetzte Ermittlergruppe gegen Einbrecherbanden hat in Niedersachsen, NRW und den Niederlanden Fälle mit einem Schaden von über einer Million Euro aufgeklärt. Das teilte der Präsident der Polizeidirektion Osnabrück, Bernhard Witthaut, am Dienstag mit. Sechs überregional agierende Einbrecherbanden seien zerschlagen worden, von 20 Festgenommenen seien fünf bereits zu hohen Haftstrafen verurteilt. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) will auch in allen anderen Polizeidirektionen im Land weitere Ermittlergruppen nach Osnabrücker Vorbild schaffen.

Zum Erfolg der "Zentralen Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl" habe der schnelle Datenaustausch unter den Beteiligten beigetragen, sagte der Leiter der Ermittlungsgruppe, Jörg Bockstiegel. Die Gruppe im Kampf gegen international agierende Einbrecherbanden war im Oktober 2016 eingesetzt wurden. Seitdem klärte sie 110 Fälle auf.

Die Opferorganisation Weißer Ring lobte die Bemühungen der Polizei, die Aufklärungsquote zu erhöhen. 15 Ermittler und vier Analysten arbeiten in der Ermittlergruppe zusammen. Das Besondere ist, dass die Ermittlungen zu Einzeltaten mit den Reisedaten professioneller Banden zusammengeführt werden können, betonte Witthaut. So könne die Polizei den Einbrecherbanden auf den Fersen bleiben. Daten aus den beteiligten Ländern und von Europol könnten innerhalb einer Stunde ausgetauscht werden, so Witthaut weiter. "Das hat früher Monate gedauert."

Zu Beginn der Arbeit stehen die üblichen Ermittlungen der Polizei vor Ort. Sie werden mit Daten zu verdächtigen Fahrzeugen abgeglichen, die Polizeistreifen melden. Bei der Ermittlergruppe werde dann geschaut, ob Zusammenhänge hergestellt werden können, so Bockstiegel. Pistorius sprach angesichts der Erfolge davon, auch in anderen Regionen Niedersachsens solche Gruppen einrichten zu wollen. Pistorius sprach sich dafür aus, mehr Geld dafür in die Hand zu nehmen. Er nannte dafür einen niedrigen siebenstelligen Betrag.

Pistorius sagte am Dienstag auch, die Zahl der Wohnungseinbrüche sei im ersten Halbjahr des laufenden Jahres um 18 Prozent zurückgegangen. Das habe mit der Arbeit der Ermittler zu tun, sei aber auch auf Prävention zurückzuführen.

Die Chefin der Opferorganisation Weißer Ring, Roswitha Müller-Piepenkötter, beklagte allerdings auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur eine geringe Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen. Bundesweit wurden im vergangenen Jahr nur knapp 17 Prozent der Taten aufgeklärt. In Niedersachsen waren es im vergangenen Jahr rund 21 Prozent. "Das ist äußerst unbefriedigend", sagte Müller-Piepenkötter.

Ein Wohnungseinbruch bedeute neben dem materiellen Schaden auch einen massiven Einbruch in die Privatsphäre der Betroffenen, unter dem diese oft langfristig leiden, so Müller-Piepenkötter. "Immer häufiger werden internationale Banden in ganz Deutschland tätig." Eine höhere Aufklärungsquote würde der Abschreckung und damit dem Opferschutz dienen, sagte Müller-Piepenkötter.

dpa


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