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FÜR SMARTE LANDWIRTSCHAFT: Die Continental-Vorstände Hans-Jürgen Duensing (links) und Nikolai Setzer.

FÜR SMARTE LANDWIRTSCHAFT: Die Continental-Vorstände Hans-Jürgen Duensing (links) und Nikolai Setzer.
 © Foto: Behrens

Agritechnica

Digitalisierung in der Landwirtschaft

Der hannoversche Zulieferkonzern Continental zeigt auf der Agritechnica seine neuesten Entwicklungen (Halle 3, Stand F19). Das Unternehmen will seine Aktivitäten im Agrarbereich vertiefen.

Hannover.  Die alte Ge­schichte von den dümmsten Bauern mit den dicksten Kartoffeln hat sich schon längst überholt. Die Landwirtschaft steht – wie die Industrie – vor der Digitalisierung ihrer Prozesse. Der hannoversche Zulieferkonzern Continental zeigt auf der Agritechnica seine neuesten Entwicklungen (Halle 3, Stand F 19). Das Unternehmen will seine Aktivitäten im Agrarbereich vertiefen.

„Wir werden unser Agrargeschäft weiter ausbauen und parallel unsere Aktivitäten zur Digitalisierung, Vernetzung und Automatisierung nachhaltig intensivieren“, sagte dazu gestern Hans-Jürgen Duensing, Mitglied des Continental-Vorstands und unter anderem für den Bereich Off-Highway (quasi: ,nicht Autobahn’) verantwortlich. Das „Saatgut der Zukunft“ seien Daten, die der Schlüssel zu vorausschauenden Wartungskonzepten darstellten. „Sie steigern Effizienz, reduzieren Ausfallzeiten, erhöhen die Betriebssicherheit und senken dadurch signifikant die Kosten“, so Duensing.

Ein Beispiel dafür ist der „Trackman“, eine neue Raupenkette von Continental, die mit Sensoren ausgestattet ist. Die Sensoren messen die Temperatur der Raupenkette, um eine Überhitzung zu vermeiden. Die Daten werden direkt in die Fahrerkabine geleitet, so dass der Fahrer die Geschwindigkeit im­mer im optimalen Bereich halten und zugleich das Ma­terial schonen kann. „Ein solch gezieltes Monitoring hilft dem Betreiber von Landmaschinen, die Lebensdauer und die Effizienz dieser Komponenten zu verlängern so­wie Reparaturkosten zu vermeiden“, erklärte Michael Hofmann, Leiter des Segments Agrar bei Contitech. Wie in der Industrie sei auch in der Landwirtschaft das Schlagwort der Zukunft „predictive Maintenance“, also vorausschauende Wartung. Da im Zuge der Automatisierung der Mensch als „Fehler-Warnsystem“ zunehmend ausfallen wird, sollen Sensoren in Zukunft diese Aufgabe übernehmen. Zumal die ausgelesenen Da­ten sehr viel präziser etwas über den Zustand von Geräten oder Material ausfallen als das Gefühl eines Menschen.

Auch im Bereich Reifen wendet sich Conti wieder der Landwirtschaft zu. 2004 hatte der Zulieferer sich eigentlich aus dem Geschäft mit Pneus für Trecker und andere Landmaschinen zurückgezogen. 2013 fiel die Entscheidung, sich diesem Segment erneut zu widmen – die Landwirtschaft gilt angesichts einer stetig zunehmenden Weltbevölkerung als Boom-Bereich mit rasch wachsender Nachfrage. Auf der Agritechnica präsentiert Continental erstmals seine neuen Premium-Radialreifen Tractor 70 und Tractor 85. „Für die Produktivität landwirtschaftlicher Maschinen und die Qualität ihrer Arbeit ist der passende Reifen essentiell“, erklärte Reifenvorstand Nikolai Setzer. Mit dem richtigen Reifen sei es möglich, die Effizienz deutlich zu steigern: „Und Effizienz ist das Wichtigste für einen Landwirt.“

Für den Bereich landwirtschaftliche Reifen hat Conti in Portugal 50 Millionen Euro in ein neues Werk investiert, das seit September in Betrieb ist. Ausgelegt ist es auf eine Kapazität von 120 000 Pneus pro Jahr. Aktuell habe Continental 14 Reifengrößen für landwirtschaftliche Fahrzeuge im Portfolio, 2019 sollen es rund 100 Artikel sein, kündigte Setzer an. Als Märkte werden zunächst Europa, Nordamerika und Australien angepeilt.

Von Inken Hägermann


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