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Machen Überwachungskameras alles sicherer?

Machen Überwachungskameras alles sicherer?
© dpa

Sicherheit

Datenschützer diskutieren über automatisierte Gesichtserkennung

Im Kampf gegen islamistischen Terrorismus spielt Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen eine große Rolle. Sie erhöht auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Doch was sagt der Datenschutz dazu?

Göttingen - . Mit neuen Formen der Videoüberwachung beschäftigt sich die Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder bis Donnerstag in Göttingen. Diskutiert wird unter anderem die automatisierte Gesichtserkennung mit Hilfe einer speziellen Software, sagte Niedersachsens Landesdatenschutzbeauftragte Barbara Thiel der Deutschen Presse-Agentur. Diese intelligente Videoüberwachung ist aus Sicht des Datenschutzes problematisch.

 

Das Bundesinnenministerium will den Einsatz von Gesichtserkennungs-Software an Bahnhöfen und Flughäfen zur Terror-Abwehr in einem Pilotprojekt erproben. Das Projekt soll Datenschützern zufolge in Kürze an einem Berliner Bahnhof starten. Die Software gleicht automatisch Gesichter, die aktuell per Videoüberwachung gefilmt werden, mit vorliegenden biometrischen Aufnahmen ab, zum Beispiel aus polizeilichen Datenbanken.

 

Der Datenschutz in Zeiten des Terrors ist ein Thema des Treffens in Göttingen. Darüber hinaus wollen die rund 55 Teilnehmer ein gemeinsames Statement zur Bedeutung des Datenschutzes in der digitalen Welt formulieren. Die niedersächsische Datenschutzbeauftragte Barbara Thiel ist in diesem Jahr Vorsitzende der Konferenz. Sie wird am Donnerstag über die Ergebnisse der Beratungen informieren.

 

Nach Ansicht von Thiel sind viele Menschen zu sorglos im Umgang mit ihren persönlichen Daten. Die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen werde überwiegend positiv beurteilt. „Es gibt sogar viele, die der Meinung sind, es gebe noch gar nicht genügend Kameras.“

 

Die Datenschutzbeauftragten der Länder haben die Aufgabe, die Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorschriften in ihrem jeweiligen Land sowohl bei Behörden als auch in der Wirtschaft zu überwachen. Dabei informieren die Datenschützer über Gefährdungen und Rechte, bei schweren Verstößen gegen den Datenschutz verhängen sie auch Bußgelder.

 

Bis zum 25. Mai 2018 müssen die EU-Mitgliedsstaaten die neue Europäische Datenschutzverordnung in nationales Recht umsetzen. Sie gibt Regeln für die Verarbeitung personenbezogener Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen vor. Auf die Datenschutzbeauftragten der Länder kommen mit der neuen EU-Verordnung zusätzliche Aufgaben zu.

Von sticht.christina


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