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Die Schlecker-Pleite war für Rossmann ein Gewinn.

Die Schlecker-Pleite war für Rossmann ein Gewinn.© Caroline Seidel/Archiv

Handel

Dank Schlecker: Rossmann hält Wachstumstempo

Die Drogeriemarktkette Rossmann profitiert von dem Zusammenbruch des Schlecker-Imperiums und steuert auch 2013 auf neue Rekorde zu. Im ersten Quartal habe das Unternehmen sein Vorjahres-Umsatzwachstum von gut 16 Prozent aufrechterhalten, teilte der Konzern am Donnerstag in Burgwedel bei Hannover zur Bilanzvorlage mit.

Burgwedel. Hierzulande hätten über das Jahr 2012 gesehen 45 Millionen zusätzliche Kunden Geld in Rossmann-Filialen gelassen. Die Zahl der Läden wuchs im Inland binnen Jahresfrist um 142 Verkaufsstellen (plus 9 Prozent). Firmenchef und -gründer Dirk Roßmann betonte: "Vor Ihnen sitzt ein sehr zufriedener Unternehmer."

 Deutschlands zweitgrößte Drogeriemarktkette hatte 93 Filialen der insolventen Schlecker-Tochter IhrPlatz übernommen. Das Imperium von Anton Schlecker war 2012 in einer der spektakulärsten Firmenpleiten des Jahres untergegangen. Rossmann war neben dem neuen Platzhirschen dm der größte Profiteur. "Wir sind mit der Entwicklung sehr sehr zufrieden", bilanzierte Roßmann. Das zusätzliche Jahresumsatzvolumen der übernommenen und zum Großteil schon umgebauten Schlecker-Läden liege bei etwa 250 Millionen Euro. Ihr Geschäft laufe bestens.

 Die nach Filialzahl hierzulande stärkste Drogeriemarktkette verbuchte in der Gruppe von Januar bis Ende März 1,54 Milliarden Euro Umsatz, was 16,4 Prozent Plus zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ist. Das Unternehmen, das vom Umsatz her hinter dm rangiert, bleibt damit nach eigenen Angaben die wachstumsstärkste Drogeriemarktkette.

 2012 hatten die Niedersachsen 5,95 Milliarden Euro Erlöse eingefahren - 16,1 Prozent Zuwachs. Der Konkurrent dm sprach kürzlich davon, 2012 im Umsatz die 7-Milliarden-Euro-Grenze geknackt zu haben und auch in jüngster Zeit zwischen 15 und 20 Prozent zuzulegen.

 Rossmann fuhr 2012 vor Zinsen und Steuern (Ebit) auch ein Rekordergebnis ein. Es liege bei vier Prozent vom Umsatz, was auf Basis der mitgeteilten gerundeten Zahlen 238 Millionen Euro sind. Was unterm Strich übrig blieb, sagt Rossmann wie in den vorherigen Jahren nicht.

 "Das war unser absolut bestes Geschäftsjahr. Mit vier Prozent liegen wir wahrscheinlich auch ganz weit vorne, was die Rentabilität angeht", sagte Roßmann. Der Wettbewerb mit dem Konkurrenten dm, der nach der Schlecker-Pleite vergangenes Jahr der neue Platzhirsch der Branche hierzulande ist, sorge ihn nicht. Er sei zuversichtlich, dass auch in den nächsten Jahren ein zweistelliges Wachstum drin sei.

 Rossmann treibt die Expansion weiter voran. 280 neue Filialen seien im In- und Ausland geplant. In der Türkei etwa standen zum Ende des Jahres mit 16 Läden doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Zwar hat Rossmann dort 2,5 Millionen Euro Verlust geschrieben, wie der Chef verriet. Das Türkei-Geschäft bleibe auch absehbar defizitär. Doch der Markt sei auf längere Sicht vielversprechend. Neben der Türkei hat Rossmann Auslandstöchter in Polen, Ungarn, Tschechien und Albanien.

 Die Pläne des österreichischen Investors Rudolf Haberleitner für eine Wiederbelebung einstiger Schlecker-Filialen bereiten Roßmann derweil keine Sorgen. "Salopp gesagt habe ich davor überhaupt keine Angst", meinte Roßmann. Haberleitner will die Läden Dayli nennen, ihnen Nahversorgungskonzepte verpassen und im Mai drei Testläden in Bayern eröffnen - er spricht von insgesamt 400 wiederzueröffnenden Filialen in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz noch 2013.

dpa


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