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Umwelt

C-Waffen-Reste in der Heide: höhere Werte als erwartet

Im Heidekreis sind bei Grundwasseruntersuchungen unweit von Munster Reste von chemischen Kampfstoffen gefunden worden. Die Abbauprodukte etwa von Lost, also Senfgas, wurden bei Bohrungen am Dethlinger Teich gemessen.

Munster. "Wir haben deutlich mehr gefunden, als erwartet", sagte Friedrich-Wilhelm Otte von der Unteren Wasserbehörde des Kreises am Donnerstag. "Der Teich dürfte durchlässiger sein als erhofft." Nach 1945 wurden in dem Teich jahrelang Munitionsvorräte der Wehrmacht und andere Funde versenkt, 1952 wurde er zugeschüttet. Das Problem: Die Behörden wissen nicht genau, was darin ist.

Vor allem bei Abbauprodukten von Lost lagen die Werte zum Teil sehr hoch. Bis zu 2183 Mikrogramm pro Liter wurden nachgewiesen, wie der Kreis mitteilte. Bei Arsen waren es bis zu 120 Mikrogramm. Während die Höchstgehalte des alten Messstellennetzes bis 2009 bei Arsen noch rund 500 Mikrogramm betrugen, waren es bei den Lost-Abbauprodukten seinerzeit nur etwa 250 Mikrogramm pro Liter. "Das liegt an den neuen Messstellen, wahrscheinlich wären die Werte 2009 ähnlich gewesen, wenn wir dort gemessen hätten", so Otte. Zudem seien die teilweise sehr niedrigen pH-Werte ein Indiz für den Kontakt des Wassers mit Kampfstoffen. Das könnten etwa Abbauprodukte von Phosgen oder Tabun sein. Jetzt sollen Messungen im weiteren Umfeld den Verlauf der Schadstoffausbreitung aufzeigen. Die Sanierung werde noch Jahre dauern und bis zu 50 Millionen Euro kosten, hatte Otte schon im März gewarnt.

dpa


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