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Hightech trifft Frischobst: Ein Roboterarm überreicht Bundeskanzlerin Merkel einen Apfel, Ministerpräsident Christian Wulff schaut zu.

Hightech trifft Frischobst: Ein Roboterarm überreicht Bundeskanzlerin Merkel einen Apfel, Ministerpräsident Christian Wulff schaut zu.© dpa

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Industrieschau

Bundeskanzlerin Merkel auf Messe-Rundgang

Die Aschewolke, das Flugverbot, die tagelange Odyssee der Kanzlerin durch Europa – man könnte das als schlechtes Omen werten für eine Messe, die doch gerade die Überlegenheit der Technik demonstrieren will. Angela Merkel schafft es dennoch zur Hannover Messe.

Aber Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat es am Montagmorgen doch noch zur Industriemesse geschafft und steht nach vielen Umwegen in der Messehalle 6 in Hannover.

„Ich freue mich, dass ich hier bin“, sagt sie. Die anschließende Kunstpause deutet an, dass diese Worte heute mal nicht nur Floskel sind: Merkel ist wieder im Lande, und sie ist bester Laune. Die hohe Zahl der Aussteller und die große Innovationskraft auf der Hannover Messe seien „Zeichen der Hoffnung für die Überwindung der Krise“, sagt sie. Dann macht sie sich von den „interessanten Innovationen“ selbst ein Bild. Bei Volkswagen lässt sie sich von VW-Chef Martin Winterkorn die Studie des ersten Elektrotaxis des Konzerns, des „Milano Taxi“, zeigen. „Wie lange fährt denn so ein Taxi?“, fragt sie. Die Antwort („300 Kilometer“) stellt die Regierungschefin zufrieden, und der italienische Wirtschaftsminister Claudio Scajola, der als Vertreter des Messe-Partnerlands Merkel beim Rundgang begleitet, lobt Winterkorn für die grün-schwarze Lackierung des Elektroautos – „wie früher die Mailänder Taxen“.

Die Kanzlerin lässt sich von einem Roboter des schwäbischen Herstellers Festo einen Apfel reichen. Beim Unternehmen EBM-Papst bitten Auszubildende die Kanzlerin, doch mal öfter vorbeizuschauen. „Dann müssen Sie mir erst mal erklären, was Sie hier überhaupt herstellen“, sagt Merkel etwas unwirsch. Die Antwort: Lüfter für Klimaanlagen. Merkels Reaktion: „Schön, dann grüßen Sie mal die anderen Auszubildenden.“

Lieber umgibt sich die Kanzlerin mit Unternehmern, die Ökonomie und Ökologie zusammenbringen. Sie lässt sich von Mennekes Ladestecker für Elektroautos zeigen und vom italienischen Windkraftzulieferer Bonfiglioli Getriebe. Beim Windanlagenhersteller Vestas erklärt die Kanzlerin dem Management, was passieren muss, damit ein Besitzer seine Anlage nach zehn statt erst nach 20 Jahren austauscht. „Wenn die neue Anlage im Vergleich zur alten zehnmal mehr Leistung hat, muss am Ende doch mindestens ein Zehntel Gewinn herausspringen, damit sich das Repowering lohnt. Oder nicht?“ Man sieht die Fragezeichen in den Gesichtern der Umherstehenden, gefolgt von eifrigem Kopfnicken.

Am Ende bekommt Merkel ein Windrad aus Lego geschenkt – was ihr sichtlich nicht behagt. „Da such’ ich mir einen Kindergarten in Berlin, damit die gleich von klein auf mit den richtigen Produkten aufwachsen“, sagt die Kanzlerin, gibt das Geschenk einem ihrer Mitarbeiter – und verschwindet wieder in Richtung Berlin. Mit dem Auto.


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