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Niedersachsen Brennpunkt Wollepark: Häuser verwahrlosen – wann tut sich was?
Nachrichten Niedersachsen Brennpunkt Wollepark: Häuser verwahrlosen – wann tut sich was?
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09:34 10.02.2019
Die Zustände in zwei Hochhäusern im Delmenhorster Wollepark waren 2017 so schlimm, dass die Stadt die Gebäude für unbewohnbar erklärte. (Archiv) Quelle: dpa
Delmenhorst

 
Für die seit mehr als einem Jahr verriegelten Häuser im Delmenhorster Brennpunktviertel Wollepark gibt es bislang keine Perspektive. „Es tut sich im Moment gar nichts“, sagte der Verwalter der Eigentümergesellschaft Matthias Volkmer der Deutschen Presse-Agentur. „Von 80 Eigentümern zahlen 10 die Hausgelder. Ohne Geld kann ich nichts machen.“ Die Häuser seien verkommen.

Die zwei Hochhäuser mit insgesamt 80 Wohnungen sind seit November 2017 abgeriegelt. Die Stadt hatte die Gebäude damals wegen großer Mängel für unbewohnbar erklärt, nachdem die Mieter monatelang ohne Heizung und fließendes Wasser darin gelebt hatten. Ende April 2017 hatten die Stadtwerke Delmenhorst das Gas abgedreht, im Mai 2017 folgte eine Wassersperre.

Schulden für Wasser und Gas immer noch nicht beglichen

Grund dafür war, dass die Wohnungseigentümer Wasser- und Gas-Rechnungen von rund 130.000 Euro nicht bezahlt hatten. Ursprünglich waren rund 350 überwiegend ausländische Frauen, Männer und Kinder in den beiden Häusern gemeldet. Einige von ihnen harrten bis zuletzt in den heruntergekommenen Gebäuden aus.

Bis heute sind die Schulden nicht komplett beglichen. „Es sind noch rund 60.000 Euro offen, davon entfallen rund 22.000 Euro auf einen Eigentümer, der mehrere Wohnungen besitzt“, sagte die Sprecherin der Stadtwerke, Britta Fengler.

Der ursprüngliche Plan der Eigentümergesellschaft war, die heruntergekommenen Gebäude zu sanieren. „Wir werden uns die Zeit nehmen, die wir brauchen, um das Objekt wieder in Ordnung zu bringen“, sagte Volkmer im Oktober 2017. Seitdem ist nichts passiert, denn Geld für eine Sanierung ist Volkmer zufolge nicht da. Er sei gerade dabei, die Betriebskostenabrechnungen für die Jahre 2015, 2016 und 2017 fertigzustellen, berichtete er. Da der Großteil der Eigentümer nicht zahle, seien ihm die Hände gebunden. Volkmer besitzt eine Wohnung in einem der beiden Häuser.

Stadt wollte die Häuser abreißen

Die Stadtverwaltung ging bereits bei der Schließung der Gebäude davon aus, dass sich die Häuser nicht mit einem wirtschaftlich vernünftigen Aufwand sanieren lassen. Sie wollte die Gebäude damals kaufen, abreißen und das Gebiet neu planen, wie Sprecher Timo Frers sagte. Die Eigentümer lehnten das ab und verwiesen auf eine geplante Sanierung. Oberbürgermeister Axel Jahnz kritisierte jüngst: „Es ist bis zum heutigen Tage trotz vollmundiger Ankündigungen des Hausverwalters nichts passiert.“

Der sogenannte Wollepark in Delmenhorst ist ein rund 23 Hektar großes Gebiet mit vielen veralteten Gebäuden und verwahrlosten Wohnungen. In dem Quartier sind Menschen aus vielen verschiedenen Nationen zu Hause, oft leben sie auf engem Raum. Die Stadt will die Gegend umgestalten und hat mit dem Abriss von Gebäuden begonnen. „Wir wollen das ganze Viertel neu ordnen“, sagte Sprecher Frers. In den kommenden Jahren soll dort auch eine Kita gebaut werden.

Von Rnd/dpa

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