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Bremerhavener Lloyd Werft streicht 117 Stellen.

Bremerhavener Lloyd Werft streicht 117 Stellen. © Ingo Wagner/Archiv

Schifffahrt

Bremerhavener Lloyd Werft: umfangreichen Stellenabbau

Als die malayische Genting-Gruppe die Bremerhavener Lloyd Werft übernahm, schien die Auftragslage im Kreuzfahrtschiffbau sicher. Nun müssen 117 Beschäftigte gehen. Wie die Zukunft aussieht, ist ungewiss.

Bremerhaven. Die angeschlagene Bremerhavener Lloyd Werft streicht 117 von rund 400 Arbeitsplätzen. Das habe die Geschäftsleitung am Montag den Beschäftigten mitgeteilt, sagte der Betriebsratsvorsitzende Daniel Müller. Für die Betroffenen soll eine Transfergesellschaft gegründet werden. Die Geschäftsführung wollte sich zunächst nicht äußern. Die Lloyd Werft steckt in der Krise, seit der Eigentümer, die malaysische Genting-Gruppe, den Neubau von Kreuzfahrtschiffen auf seine Ostsee-Standorte konzentriert.

Müller sagte, die im Oktober begonnene Kurzarbeit werde bis Ende des Jahres anhalten. Nach unbestätigten Medienberichten soll dann mit dem Bau einer Luxusyacht für den russischen Milliardär Roman Abramowitsch begonnen werden.

Seit Anfang Januar hatten Betriebsrat und Geschäftsführung an einem Interessenausgleich und Sozialplan gearbeitet. Zunächst seien Beschäftigte aufgerufen, freiwillig das Unternehmen zu verlassen. Dann erst werde die Geschäftsführung betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Das Unternehmen biete den Beschäftigten zusätzlich zur vereinbarten Abfindung eine Sprinterprämie an, wenn sie freiwillig aus dem Unternehmen ausscheiden, sagte die Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Bremerhaven, Doreen Arnold.

Betriebsratschef Müller nannte es eine "falsche Entscheidung", in Bremerhaven qualifiziertes Personal abzubauen, während auf den Werften in Mecklenburg-Vorpommern Beschäftigte gesucht würden. Zwar bestehe das Angebot für die Bremerhavener, dorthin zu wechseln. "Es wurde zugesagt, dass unser Personal bei Bewerbungen bevorzugt behandelt wird", sagte Müller. Aber es sei gerade für Beschäftigte mit Familien nicht so einfach, umzusiedeln.

"Viele Kollegen sind gefrustet", sagte Doreen Arnold. "Sie können nicht einschätzen, ob es der Werft gelingen wird, sich wieder gut aufzustellen." Die Geschäftsführung habe den Beschäftigten keinerlei Zuversicht für die Zukunft vermittelt. Müller sagte, nach den vielen leeren Versprechungen der Vergangenheit fehle den Beschäftigten nun Vertrauen und Hoffnung.

Die Genting-Gruppe hatte vor über einem Jahr die Lloyd-Werft komplett übernommen und ein umfangreiches Neubauprogramm versprochen. Dann hatte Genting überraschend verkündet, dass die Milliarden-Aufträge für geplante Kreuzfahrtschiffe ausschließlich an den drei neu erworbenen Werftenstandorten Wismar, Rostock und Stralsund realisiert werden sollen.

dpa


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