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Ein Werbeplakat von Saint Laurent in Paris.

Ein Werbeplakat von Saint Laurent in Paris. © Christian Böhmer/Archiv

Gesellschaft

Bremen geht gegen sexistische Werbung vor

Rollenbilder und Klischees sind in der Werbung allgegenwärtig. Mitunter werden Menschen etwa auf ihre Sexualität reduziert. Das Bundesland Bremen will das nicht hinnehmen. Es geht gegen sexistische Werbung auf öffentlichen Werbeflächen des Landes vor.

Bremen. Als bislang einziges Bundesland geht Bremen seit rund drei Monaten gegen sexistische Werbung auf öffentlichen Werbeflächen des Landes und der Stadtgemeinde vor. Dafür hat der Senat ein spezielles Verfahren beschlossen, mit dem geprüft werden kann, ob Werbebotschaften als frauen- oder männerfeindlich einzustufen sind. Bürgerinnen und Bürger können sich an eine zentrale Beschwerdestelle wenden, wenn sie geschlechtsdiskriminierende Werbung auf öffentlichen Werbeflächen sehen. Seit dem Senatsbeschluss im April hat die zuständige Stelle sieben Hinweise bearbeitet - betroffen waren allerdings keine öffentlichen Werbeflächen des Landes.

"Alle waren außerhalb des Geltungsbereiches", sagte Susanne Gieffers von der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF). Dennoch schrieb die ZGF die Verantwortlichen an und bat darum, die Werbung zu entfernen. Reaktionen darauf seien selten. "In der Regel hören wir nichts mehr von den Unternehmen."

Das neue Verfahren gegen sexistische Werbung hält Gieffers für wichtig. "Wir merken, dass es eine höhere Sensibilität gibt", sagt sie. Eine zunehmende Zahl von Menschen sei nicht mehr bereit, herabwürdigende Werbung hinzunehmen.

Die Leitlinien, die seit April in Bremen gelten, entsprechen den Grundsätzen des Deutschen Werberats gegen Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen. Demnach soll Werbung keine Aussagen oder Darstellungen verwenden, die Personen wegen ihres Geschlechts oder anderer Merkmale diskriminiert. Im Juni hat die Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz (GFMK) der Länder die Bundesregierung aufgefordert, Maßnahmen gegen sexistische Werbung auf den Weg zu bringen. Einen entsprechenden Antrag hatte Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) eingebracht. Ihr zufolge kann der Deutsche Werberat als freiwillige Selbstkontrolle der Werbewirtschaft sexistische Werbung zwar rügen, aber nicht dafür sorgen, dass die beanstandeten Motive entfernt werden.

dpa


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