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Niedersachsen Aus Maßregelvollzug entkommener Mörder weiter auf Flucht
Nachrichten Niedersachsen Aus Maßregelvollzug entkommener Mörder weiter auf Flucht
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15:12 19.05.2016
Der Eingang des Maßregelvollzugszentrums Moringen. Quelle: Peter Steffen/Archiv
Moringen

Von dem aus dem Maßregelvollzug in Moringen entkommenen verurteilten Mörder fehlt weiter jede Spur. Inzwischen gingen zahlreiche Hinweise zu möglichen Aufenthaltsorten bei der Polizei ein, eine heiße Spur gibt es aber noch nicht, sagte ein Sprecher der Polizei Bremen am Donnerstag. Es hätten sich auch Menschen gemeldet, die eine persönliche Beziehung zu dem Mann hatten. Die Beamten gehen nicht davon aus, dass von dem 39-Jährigen eine akute Gefahr für andere ausgeht.

Der psychisch kranke Mann war 1998 wegen Mordes im Drogenmilieu in Bremen verurteilt worden. Nach vielen Jahren im Bremer Maßregelvollzug war er im Sommer vergangenen Jahres nach Moringen verlegt worden. Als er während einer Therapiesitzung in Northeim am Dienstag in das Landeskrankenhaus zurückgeholt werden sollte, konnte er den Betreuern entkommen. In der Einrichtung drohte ihm der Verlust seiner Lockerungen, weil er eine Mitpatientin dazu gedrängt haben soll, Drogen in die Einrichtung zu schmuggeln. Die Polizei sieht darin das Motiv seiner Flucht.

Das zuständige Sozialministerium nahm den erneuten Vorfall im niedersächsischen Maßregelvollzug zum Anlass, um das dort bestehende Lockerungssystem zu überprüfen. Künftig soll es unter anderem eine juristische Prüfstelle im Ministerium geben, die bei Lockerungsentscheidungen stärker die Sicherheit der Bevölkerung im Blick hat. Zudem soll ein Forschungsinstitut beauftragt werden, die bestehenden Mechanismen zu untersuchen.

Erst am 9. Mai hatte ein Straftäter aus dem niedersächsischen Maßregelvollzug eine 73-jährige Frau in ihrer Wohnung ausgeraubt und mit Messerstichen schwer verletzt. Im April war zudem bekannt geworden, dass ein Patient des Maßregelvollzugs im Herbst vergangenen Jahres eine 23 Jahre alte Frau während eines unbegleiteten Ausgangs ermordet haben soll. Wegen Ermittlungspannen waren die Behörden erst Monate später durch DNA-Spuren auf den Mann aufmerksam geworden. Das Sozialministerium steht wegen dieser Vorfälle derzeit in der Kritik.

dpa

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