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Niedersachsen Auch Atomstandort Philippsburg wurde vorsorglich geräumt
Nachrichten Niedersachsen Auch Atomstandort Philippsburg wurde vorsorglich geräumt
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14:02 16.03.2017
Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen). Quelle: Peter Steffen
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Karlsruhe

Wegen eines unterbrochenen Funkkontakts zu einem Flugzeug im deutschen Luftraum ist am Freitag vor einer Woche auch der Atomstandort Philippsburg vorsorglich geräumt worden. Das bestätigte eine Sprecherin des Betreibers EnBW am Donnerstag. Zuvor hatte der WDR berichtet, dass bundesweit sieben der acht noch in Betrieb befindlichen Meiler und mehrere stillgelegte Kraftwerke von dem "Renegade"-Voralarm betroffen gewesen waren - und damit mehr als bislang angenommen. Auch die AKW-Betreiber RWE und PreussenElektra bestätigten dies dem Sender.

Nach Angaben einer EnBW-Sprecherin wurde der Standort Philippsburg - wie die meisten anderen Anlagen auch - für etwa eine Stunde evakuiert. Wieviele Mitarbeiter davon betroffen waren, wurde zunächst nicht bekannt. Der Standort Neckarwestheim sei nicht evakuiert worden. In Philippsburg gibt es einen stillgelegten älteren Meiler und den in Revision befindlichen jüngeren Kraftwerksblock 2.

Letzterer war kürzlich in den Schlagzeilen: Nach im Dezember entdeckten Mängeln im Notspeisesystem sorgt sich das Stuttgarter Umweltministerium um die Sicherheit von Philippsburg 2 im Fall eines Flugzeugabsturzes oder eines Erdbebens. Die EnBW untersucht derzeit in einer verlängerten Revision die Ursache der Mängel und will den Block Ende März wieder hochfahren. Philippsburg 2 soll bis maximal Ende 2019 Strom produzieren. Der ältere Meiler KKP 1 war schon im Zuge des Atomausstiegs 2011 abgeschaltet worden.

Am vergangenen Freitag war für 22 Minuten der Funkkontakt mit einer Maschine der der Fluglinie Air India unterbrochen. Nach Angaben der Luftwaffe wurde die Maschine im deutschen Luftraum von zwei Eurofightern der Luftwaffe übernommen. In solchen Fällen werde per Sichtkontakt überprüft, dass es keine ungewöhnliche Situation an Bord gibt.

Renegade-Fälle sind solche, in denen möglicherweise ein Luftfahrzeug aus terroristischen oder anderen Motiven als Waffe verwendet werden könnte. Der Alarm war 2003 eingerichtet worden, um den Luftraum vor solchen Bedrohungen zu schützen. Hintergrund sind die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA. Bei dem Alarm beginnt ein standardisiertes Verfahren. Die Betreiber der Anlagen haben aber einen Ermessensspielraum, wie konkret sie die Gefahr einschätzen.

dpa

Ein für Sonntag im niedersächsischen Nordenham geplanter Auftritt einer türkischen AKP-Abgeordneten kann bislang stattfinden. Dies gelte aber ausdrücklich nur, wenn baurechtliche sowie Nutzungsvorgaben für das städtische Veranstaltungsgebäude eingehalten würden und die Sicherheit gewährleistet werden könne, sagte Nordenhams Bürgermeister Carsten Seyfarth(SPD) am Donnerstag der dpa.

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