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Die Angst vor einr schnellen Entscheidung ist groß.

Die Angst vor einr schnellen Entscheidung ist groß. © Ingo Wagner

Atom

Atomkritiker befürchtet "zweites Gorleben" im Emsland

Nach dem Atomkonsens zwischen Bund und Ländern befürchten die Menschen im Emsland, dass ihre Region wieder als bevorzugte Endlagerstätte für Atommüll ins Gespräch kommt.

Wippingen. Anti-Atom-Aktivist Jan Deters sagte der Nachrichtenagentur dpa in Wippingen, er glaube, dass sich die geplante Bund-Länder-Kommission schnell auf den Salzstock Wahn im Emsland einigen werde. "Es wird hier ein zweites Gorleben geben, nur dass man dieses Mal politisch cleverer vorgeht", sagte Deters.

 

 

Wahn galt bereits seit den 70er Jahren als bevorzugter Ort für ein Endlager und war auch für eine Wiederaufbereitungsanlage im Gespräch. Wegen massiver Proteste im Emsland hatte die niedersächsische Landesregierung aber schließlich auf Gorleben als Standort gesetzt, das damals noch im Zonenrandgebiet lag. Auch die Salzstöcke Lutterloh im Kreis Celle und Lichtenhorst im Kreis Nienburg waren im Gespräch gewesen. Mit dem vereinbarten Neustart der Endlagersuche ist nicht ausgeschlossen, dass die drei niedersächsischen Salzstöcke nun wieder unter die Lupe genommen werden.

Deutsche und niederländische Atomkraftgegner verbündeten sich am Wochenende deswegen aus Sorge um eine neue Debatte über den Salzstock Wahn. Die geplante neue Standortauswahl solle kritisch begleitet werden, sagte Aktivist Deters. Der 55-Jährige war schon vor Jahrzehnten Mitglied im Vorstand der damaligen Anti-Atom-

 

Bürgerinitiative im Emsland. In dieser Woche war beschlossen worden, mit der Suche nach einem Endlager bei Null zu beginnen. Deters sagte, er glaube nicht, dass das Verfahren wirklich ergebnisoffen sei. Es werde ein gespielter Konsens sein.

 

Aus seiner Sicht ist nicht nachvollziehbar, weshalb man ein zentrales Endlager brauche. Es sei immerhin denkbar, dass auch ein nach heutigem Stand der Forschung sicher erscheinendes Lager in einigen Jahren sich als unsicher erweise. "Also brauchen wir ein Lager, wo Rückholbarkeit auch realistisch möglich ist." Gerade aus Verantwortung für künftige Generationen dürfe der Müll nicht vergraben, sondern müsse dezentral, aber sicher gelagert werden.

dpa


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