Navigation:
Früher ein Team: Hannovers AfD-Chef Jörn König und , Landesvorsitzender Paul Hampel.

Früher ein Team: Hannovers AfD-Chef Jörn König und , Landesvorsitzender Paul Hampel.
© Eberstein

Parteitag fällt aus

AfD vertagt Zerreißprobe

Niedersachsens AfD ist zerstrittener denn je. Und weil das so ist, wird es am Wochenende keinen Landesparteitag geben. Der hätte mit Abwahlen geendet – für wen auch immer.

Hannover. Auf den Weg zum Bürgerhaus Misburg muss sich an diesem Wochenende kein AfD-Mitglied machen. Der Eilparteitag der sogenannten Alternative für Deutschland fällt aus. Bislang hatte es für das Treffen zwei unterschiedliche Einladungen und Tagesordnungen geben, außerdem vier Anfechtungsklagen beim Schiedsgericht. „Am Ende wäre ohnehin alles angefochten worden“, klagte Parteichef Paul Hampel der NP.

Per Rundschreiben hat die AfD Niedersachsen nur wenige Stunden vor dem geplanten Termin die Mitglieder informiert. Die hatten zuvor eine Mobilisierungswelle ohnegleichen erlebt: Die inzwischen verfeindeten Lager warben um Unterstützung – die einen für die Forderung, Hampel abzuwählen, die anderen dafür, ihn bis zur turnusmäßigen Wahl im Frühjahr 2019 weiter machen zu lassen.

Zu den Gegnern Hampels gehört der hannoversche AfD-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Jörn König. Der NP bestätigte er: „Ich habe mich für eine Kandidatur als Landesvorsitzender zur Verfügung gestellt.“ Ob er dafür eine Mehrheit gefunden hätte, bleibt offen.

Hampel versicherte, dass er alle Vorwürfe gegen sich zurückweise (natürlich auch den, dass er selbstverliebt sei und satzungswidrig handle). Dass ihn 21 Kreisverbände löswerden wollen, ficht ihn nicht an: „Geben Sie mir drei Wochen, und ich bringe ebenso viele auf meine Seite.“ Die massive Kritik lässt ihn auch nicht an Rücktritt denken: „Dann kandidieren die, die dieses Desaster ausgelöst haben.“

Für die Absage des Parteitags waren letztendlich mögliche Kosten entscheidend. Der Parteichef: „Ich zahle lieber zwei Mille als zehn.“ Denn das Bürgerhaus Misburg kann zwar auf Mietzahlung bestehen, aber Spesen und Catering entfallen. Heimwart Kasimir Janda wusste bis gestern Mittag nicht, ob der Parteitag stattfindet. „Das reinste Hickhack“ wunderte er sich.

„Die Lage ist verzwickt“, gibt Hampel zu. Nach wie vor sieht er eine Mehrheit für sich und seinen Kurs: „Das steht im Landesvorstand sechs zu fünf.“ Und die Kritiker in dem Gremium abzuwählen, allen voran König, hätten diese sechs betrieben. Entsprechende Anträge lagen vor. Zu König heißt es: Das „permanente Verhindern und Blockieren“ zeige eindeutig, dass er nicht „zur Führung eines Landesverbandes geeignet ist“. Eine konstruktive Zusammenarbeit sei unmöglich.

Von Vera König


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Martin Schulz kritisiert die aggressive Rhetorik der CDU. Sollte in der Politik ein anderer Umgang herrschen?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie