Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen AfD vertagt Zerreißprobe
Nachrichten Niedersachsen AfD vertagt Zerreißprobe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 12.01.2018
Früher ein Team: Hannovers AfD-Chef Jörn König und , Landesvorsitzender Paul Hampel. Quelle: Eberstein
Hannover

Auf den Weg zum Bürgerhaus Misburg muss sich an diesem Wochenende kein AfD-Mitglied machen. Der Eilparteitag der sogenannten Alternative für Deutschland fällt aus. Bislang hatte es für das Treffen zwei unterschiedliche Einladungen und Tagesordnungen geben, außerdem vier Anfechtungsklagen beim Schiedsgericht. „Am Ende wäre ohnehin alles angefochten worden“, klagte Parteichef Paul Hampel der NP.

Per Rundschreiben hat die AfD Niedersachsen nur wenige Stunden vor dem geplanten Termin die Mitglieder informiert. Die hatten zuvor eine Mobilisierungswelle ohnegleichen erlebt: Die inzwischen verfeindeten Lager warben um Unterstützung – die einen für die Forderung, Hampel abzuwählen, die anderen dafür, ihn bis zur turnusmäßigen Wahl im Frühjahr 2019 weiter machen zu lassen.

Zu den Gegnern Hampels gehört der hannoversche AfD-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Jörn König. Der NP bestätigte er: „Ich habe mich für eine Kandidatur als Landesvorsitzender zur Verfügung gestellt.“ Ob er dafür eine Mehrheit gefunden hätte, bleibt offen.

Hampel versicherte, dass er alle Vorwürfe gegen sich zurückweise (natürlich auch den, dass er selbstverliebt sei und satzungswidrig handle). Dass ihn 21 Kreisverbände löswerden wollen, ficht ihn nicht an: „Geben Sie mir drei Wochen, und ich bringe ebenso viele auf meine Seite.“ Die massive Kritik lässt ihn auch nicht an Rücktritt denken: „Dann kandidieren die, die dieses Desaster ausgelöst haben.“

Für die Absage des Parteitags waren letztendlich mögliche Kosten entscheidend. Der Parteichef: „Ich zahle lieber zwei Mille als zehn.“ Denn das Bürgerhaus Misburg kann zwar auf Mietzahlung bestehen, aber Spesen und Catering entfallen. Heimwart Kasimir Janda wusste bis gestern Mittag nicht, ob der Parteitag stattfindet. „Das reinste Hickhack“ wunderte er sich.

„Die Lage ist verzwickt“, gibt Hampel zu. Nach wie vor sieht er eine Mehrheit für sich und seinen Kurs: „Das steht im Landesvorstand sechs zu fünf.“ Und die Kritiker in dem Gremium abzuwählen, allen voran König, hätten diese sechs betrieben. Entsprechende Anträge lagen vor. Zu König heißt es: Das „permanente Verhindern und Blockieren“ zeige eindeutig, dass er nicht „zur Führung eines Landesverbandes geeignet ist“. Eine konstruktive Zusammenarbeit sei unmöglich.

Von Vera König

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sechs Prozent fordert die IG Metall. Zwei Prozent bieten die Arbeitgeber. „Das ist mickrig, nicht akzeptabel“, schimpft IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger. Er kündigt an: „Wir werden Warnstreiks massiv ausweiten.“

08.01.2018

Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza reagiert mit Ablehnung. „Es handelt sich schlichtweg um Betrug:“

06.01.2018

Angesichts des Anstiegs von Gewalttaten in Deutschland haben Kriminologen eine bessere Integration junger Flüchtlinge gefordert. Notwendig seien unter anderem Sprachkurse, Sport und Praktika sowie Betreuungskonzepte für ohne Familie eingereiste Jugendliche, schreiben die Autoren der im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellten Studie. Die NP sprach mit dem Mitverfasser Christian Pfeiffer.

06.01.2018