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Streifenwagen.

Streifenwagen. © Bernd Settnik/Archiv

Kriminalität

22-Jähriger wegen Blutrachemordes in U-Haft

Das idyllische Heidestädtchen Visselhövede war im Januar Schauplatz eines brutalen Mordes. Vom Motorrad aus erschossen Unbekannte einen Mann auf offener Straße. Die Polizei kann nun Ermittlungserfolge vermelden.

Visselhövede. Nach dem mutmaßlichen Blutrachemord in der niedersächsischen Kleinstadt Visselhövede hat die Polizei in der Nähe von Hannover einen 22-jährigen Mann festgenommen. Gegen ihn erging Haftbefehl wegen des Verdachts auf gemeinschaftlich begangenen Mord, wie die Staatsanwaltschaft Verden am Mittwoch mitteilte. Der 22-Jährige habe gegenüber den Ermittlern seine Beteiligung an der Tat eingeräumt.

In Amsterdam wurde ein weiterer Mann festgenommen, der aber am Mittwoch wieder frei kam, da ein dringender Tatverdacht nicht begründet werden konnte. In der knapp 10 000 Einwohner zählenden Stadt Visselhövede war am 9. Januar ein 46-jähriger albanischer Flüchtling auf der Straße in der Nähe einer Grundschule erschossen worden. Die beiden Täter kamen und flohen auf einem Motorrad.

Wie die Fahnder herausfanden, hatte der 46-Jährige in seiner Heimat wegen eines Tötungsdelikts im Gefängnis gesessen. Angehörige des damaligen Opfers hatten Blutrache geschworen, die laut Staatsanwaltschaft in Albanien zwar verboten ist, aber auch heute noch zur Sühnung von Tötungen und Ehrverletzungen praktiziert wird.

Der 22-jährige Verdächtige, der ebenfalls aus Albanien stammt, wurde in Seelze festgenommen, er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Einzelheiten zu seiner Beteiligung an dem Mord und dem Umfang seiner Aussage wollte die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.

Die Festnahmen stehen im Zusammenhang mit einer länderübergreifenden gemeinsamen Aktion deutscher, niederländischer und albanischer Polizeibeamter. Dabei wurden am Dienstag zeitgleich insgesamt 24 Objekte in Deutschland, den Niederlanden und Albanien durchsucht.

Die Durchsuchungen erfolgten in Hannover-Langenhagen, Seelze, Laatzen, Leipzig, Dortmund, Amsterdam, im Bezirk Haarlem in den Niederlanden, in Nordalbanien und im Bereich Tirana. Allein auf deutscher Seite waren 105 Beamte beteiligt, darunter auch Spezialeinsatzkräfte.

dpa


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