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In Deutschland fehlen noch 220 000 Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren. Davon rund 10.000 Plätze in Niedersachsen.

In Deutschland fehlen noch 220 000 Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren.© dpa

Kinderbetreuung

10 000 Krippenplätze in Niedersachsen fehlen noch

In Deutschland fehlen nach Berechnung von Statistikern noch 220 000 Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren, damit die Kommunen zum 1. August 2013 den Rechtsanspruch auf ein Betreuungsangebot einlösen können. Davon allein 10.000 Kita-Plätze in Niedersachsen, sagte Kultusminister Bernd Althusmann (CDU).

Hannover/Berlin. Inzwischen gebe es Betreuungsangebote für 28 Prozent der Kleinkinder im Land, sagte der Minister der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag).

Von August kommenden Jahres an haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Bis dahin muss für 35 Prozent aller Mädchen und Jungen zwischen ein und drei Jahren ein Angebot vorhanden sein. "Wir sind auf bestem Wege", sagte der Minister der Zeitung. Inzwischen gebe es 52 049 Betreuungsplätze in Niedersachsen.

Er sei zuversichtlich, dass das von der Landesregierung gesetzte Ziel von 62.000 Kitaplätzen innerhalb eines knappen Jahres erreicht werde, sagte Busemann. Damit läge die Betreuungsquote bei 35 Prozent.

SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil kritisierte die Bemühungen als unzureichend. Der gesetzlich festgelegte Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ab dem 1. August 2013 werde sich nicht erfüllen lassen, warnte er in der Morningshow von radio ffn. "Das reicht nicht hinten und nicht vorne. Und das ist ein schweres Versäumnis der amtierenden Landesregierung", so Weil.

Auch der Deutsche Städtetag geht davon aus, dass der Rechtsanspruch nicht in allen Städten erfüllt werden kann. Der Anspruch sei innerhalb der knappen Zeit nicht vollständig zu realisieren, hieß es aus Berlin. "In einer Reihe von Kommunen wird sich der Rechtsanspruch zum Sommer 2013 erfüllen lassen, doch trotz aller Anstrengungen werden in einem Teil der Städte Lücken bleiben", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Städtetages, Stephan Articus. Gerade in großen Städten würden weitaus mehr Plätze benötigt als auf dem Land.

Bundesweit wünschen sich laut Städtetag im Durchschnitt 39 Prozent der Eltern Betreuung, in großen Städten und Ballungsräumen liegt der Bedarf jedoch bei bis zu 60 Prozent. "Mit einer Versorgung von 39 Prozent lässt sich der Rechtsanspruch nicht überall erfüllen", erklärte Articus. Darauf habe der Städtetag frühzeitig hingewiesen. Doch Bund und Länder hätten die starken lokalen Unterschiede beim Bedarf unterschätzt. Der Städtetag forderte Bund und Länder vor diesem Hintergrund auf, Lösungen für drohende Klagen zu finden. Bund und Länder stünden mit in der Pflicht, "mögliche Klagewellen und Schadenersatzansprüche zu verhindern", erklärte Hauptgeschäftsführer Articus.

Die neuen Zahlen, die das Statistische Bundesamt am Dienstag in Berlin nannte, liegen deutlich höher als bisherige Schätzungen. "Der Zuwachs muss in den nächsten 18 Monaten deutlich stärker ausfallen als in den letzten vier Jahren insgesamt", sagte Statistikdirektor Karl Müller.

Zum Stichtag 1. März gab es bundesweit für 27,6 Prozent der unter Dreijährigen ein staatlich gefördertes Betreuungsangebot. Ziel sind Betreuungsangebote für 39 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe.

dpa


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